Was macht Hepatitis C im Kopf-Halsbereich?

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In einer Studie kristallisierte sich ein Zusammenhang zwischen Hepatitis C-Infektionen und bösartigen Kopf-Halstumoren heraus. Unklar bleibt, welche Rolle die Interaktion mit humanen Papillomviren (HPV) spielt.

Chronische Infektionen mit Hepatitis C sind als Verursacher von Leberzellkrebs und Non-Hodgkin-Lymphomen bekannt. Doch auch Tumoren im Kopf-Halsbereich können offenbar von den Viren begünstigt werden, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute berichteten.

So war den Wissenschaftlern des MD Anderson Cancer Centers der Universität von Texas in der Vergangenheit aufgefallen, dass unter Hepatitis C-infizierten Patienten viele Fälle von Kopf-Halstumoren auftraten. Um den Zusammenhang zu untersuchen, nahmen sie in einer Fall-Kontrollstudie die Daten von 34.545 Patienten auf, die kurz zuvor an Mundrachenkrebs und Nicht-Mundrachenkrebs im Kopf-Halsbereich (Krebs der Mundhöhle, des Nasenrachens, des unteren Rachens und des Kehlkopfes) erkrankt waren. Als Kontrollgruppe dienten Patienten, die an raucherbedingten Krebserkrankungen (Lungenkrebs, Speiseröhrenkrebs oder Harnblasenkrebs) litten.

In die Analyse wurden 409 Patienten mit Mundrachen- oder Nicht-Mundrachen-Kopf-Halstumor sowie 694 Kontrollpersonen mit Lungen-, Speiseröhren- oder Harnblasenkrebs aufgenommen. Antikörper gegen Hepatitis C, die für eine durchgemachte oder noch schwelende Infektion mit den Viren gelten, fanden sich bei 14 Prozent der Patienten mit Mundrachenkrebs, 20 Prozent der Patienten mit Nicht-Mundrachenkrebs im Kopf-Halsbereich und nur 6,5 Prozent der Kontrollpatienten. Nach Berücksichtigung aller möglichen Einflussfaktoren ergab sich ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen Hepatitis C-Infektion und Nicht-Mundrachenkrebs im Kopf-Halsbereich. Dies galt für Krebs der Mundhöhle, des unteren Rachens und des Kehlkopfes, nicht jedoch für Nasenrachenkrebs. Daneben zeigte sich ein Zusammenhang von Hepatitis C und HPV-bedingtem Mundrachenkrebs.

In weiteren Studien müsse nun einer möglichen Interaktion von Hepatitis C und HPV bei der Entstehung von Kopf-Halstumoren nachgegangen werden, so eine Schlussfolgerung der Studienautoren.

 

Quelle:

Mahale, P. et al.: Association Between Hepatitis C Virus and Head and Neck Cancers. Journal of the National Cancer Institute 2016, 108(8):djw035

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.11.2017 10:40