Was das Mammografie-Screening bewirkt

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Der Anteil von Brustkrebs in einem frühen Stadium ist nach der Einführung des Mammografie-Screenings gewachsen

Die Einführung der Mammografie zur Früherkennung von Brustkrebs seit dem Jahr 2009 zeigt in Deutschland offenbar erste Erfolge: Immer mehr Tumoren werden entdeckt, die noch nicht in die Lymphknoten gestreut haben, zudem sind die diagnostizierten invasiven Tumoren, die bereits in das umgebende Gewebe eingedrungen sind, immer kleiner. Das zeigt der kürzlich veröffentlichte Bericht zur Evaluation des Mammografie-Screenings, der das Jahr 2011 berücksichtigt.

Neun von zehn Frauen, die zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr alle zwei Jahre einen Anspruch auf eine Mammografieuntersuchung haben, wurden zur Teilnahme an der Früherkennungsuntersuchung eingeladen, etwas mehr als die Hälfte der Berechtigten folgten der Einladung. Bundesweit wird bei rund sechs von 1.000 untersuchten Frauen Brustkrebs diagnostiziert. 

Mit der Einführung des Mammografie-Screenings verband sich die Hoffnung, Brustkrebs auch bei Frauen zu entdecken, die noch keine Beschwerden haben. Solche Tumoren würden sonst erst später diagnostiziert, wenn sie womöglich nicht mehr heilbar sind. Damit verbunden ist zunächst eine Zunahme der Neuerkrankungsrate nach Einführung des Screenings, die in den Folgejahren jedoch wieder zurückgehen müsste.

Tatsächlich stieg der Anteil früher Tumoren, der sogenannten Carcinoma in situ, die die natürlichen Gewebegrenzen noch nicht durchbrochen haben, seit 2009 von knapp sieben Prozent auf 19 Prozent an. Ebenso wuchsen der Anteil invasiver Tumoren mit einer Größe von höchstens 10 mm von 14 auf 36 Prozent und der Anteil invasiver Tumoren, die noch nicht in Lymphknoten gestreut haben, von 57 auf 79 Prozent. Der Anteil von Tumoren mit ungünstiger Prognose (große Tumoren sowie Tumoren mit Lymphknotenbefall) ging von 55 auf 25 Prozent zurück.

Die durch das Mammografie-Screening entdeckten Brusttumoren sind kleiner und haben sich seltener bereits in Lymphknoten ausgebreitet – so lautet das Fazit des Evaluationsberichts. Die Effizienz des Screenings wird als hoch bewertet. Demnach bestätigte sich bei 13 Prozent der Frauen, die nach einer Mammografie zur Abklärung einer Auffälligkeit bestellt wurden, der Verdacht auf Brustkrebs. Wurde eine Empfehlung für eine Gewebeentnahme (Biopsie) ausgesprochen, bestätigte sich der Verdacht in 50 Prozent der Fälle. Dies betraf fast 17.000 Frauen.

 

Quelle:

Evaluationsbericht 2011. Zusammenfassung der Ergebnisse des Mammographie-Screening-Programms in Deutschland. Kooperationsgemeinschaft Mammographie, Berlin, Dezember 2014

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.08.2017 15:05