Was beeinflusst die Prognose bei Schleimhautmelanom?

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Das Lebensalter und das Tumorstadium geben Auskunft über die Heilungschancen bei schwarzem Hautkrebs der Schleimhaut.

Maligne Melanome, auch schwarzer Hautkrebs genannt, können nicht nur die Haut, sondern auch die Schleimhaut befallen. Allerdings machen Schleimhautmelanome nur etwa ein Prozent aller malignen Melanome aus, sind also selten. Im Vergleich zu Melanomen der Haut haben sie eine ungünstigere Prognose. In einer Studie wollten Wissenschaftler herausfinden, welche Faktoren einen ungünstigen Verlauf bei Schleimhautmelanomen wahrscheinlicher machen. Sie berichteten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology and Venerology.

Die Forscher untersuchten den Krankheitsverlauf bei 161 Patienten mit Schleimhautmelanom, die im deutschen Zentralregister für maligne Melanome erfasst worden waren. Bei rund 45 Prozent der Patienten befand sich der Tumor in der Nasen- oder Mundschleimhaut, bei 29 Prozent im Genitalbereich, bei 20 Prozent im Analbereich und bei sechs Prozent in der Schleimhaut innerer Organe. 

Die beste Prognose hinsichtlich des Fünf-Jahres-Gesamtüberlebens bestand bei Melanomen in der Genitalschleimhaut, gefolgt von Melanomen in der Schleimhaut innerer Organe und Melanomen in der Mund- oder Nasenschleimhaut. Die ungünstigste Prognose hatten Patienten mit einem Schleimhautmelanom im Analbereich. In der statistischen Analyse allerdings erwies sich der Ort des Tumors nicht als signifikant bedeutungsvoll für die Prognose.

Patienten unter 60 Jahren hatten in der Regel eine bessere Prognose als ältere. Auch das Tumorstadium bei der Erstdiagnose spielte für den Krankheitsverlauf und die Prognose eine wichtige Rolle. Keinen Einfluss hatten hingegen das Geschlecht und die Frage, ob in den Tumoren bestimmte genetische Veränderungen vorlagen oder nicht.

Das Lebensalter der Patienten und das Tumorstadium bei der Erstdiagnose seien offenbar signifikante Einflussfaktoren auf das Überleben bei Schleimhautmelanom, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. 

 

Quelle:

Sarac E et al. Prognostic factors in 161 patients with mucosal melanoma: a study of German Central Malignant Melanoma Registry. JEADV 2020, DOI: 10.1111/jdv.16306

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24