Warum sich Brustkrebs ausbreitet

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Bei starkem Übergewicht kann die Ausbreitungstendenz von Brustkrebs erhöht sein. Forscher deckten dazu beitragende Mechanismen auf. 

Bösartige Tumoren neigen – anders als gutartige – dazu, sich in andere Gewebe und Organe auszubreiten und dort Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, zu bilden. In der medizinischen Forschung wird deshalb untersucht, welche Faktoren zu dieser Ausbreitung beitragen. Nun sind Wissenschaftler dem Phänomen zumindest bei Brustkrebs wieder eine Spur nähergekommen, wie aus einem Bericht in der Fachzeitschrift Cell Metabolism hervorgeht.

Immer wieder konnte in der Vergangenheit beobachtet werden, dass sich bestimmte Krebsarten schon frühzeitig ausbreiten, andere erst spät oder so gut wie nie. Und auch die Variationsbreite zwischen Patienten mit der gleichen Krebsart ist groß, was auf weitere Risikofaktoren schließen lässt. Starkes Übergewicht bzw. Fettleibigkeit gilt als ein solcher Risikofaktor für die Metastasierung von Brustkrebs: Stark übergewichtige bzw. fettleibige Patientinnen haben ein erhöhtes Risiko, dass ihr Tumor Metastasen bildet. 

Dies geht offenbar wesentlich auf ein Enzym namens Acetyl-CoA-Carboxylase 1 (ACC1) zurück, wie der aktuell publizierten Studie zu entnehmen ist. Dieses Enzym ist wesentlich an der Bildung von Fettsäuren im Körper beteiligt. Gehemmt wird ACC1 in seiner Aktivität durch zwei Botenstoffe, die bei stark übergewichtigen Personen besonders viel im Blut vorkommen, Leptin und TGFβ. Wenn ACC1 durch die beiden Botenstoffe gehemmt wird, sammelt sich vermehrt Acetyl-CoA in den Zellen an. Die Fettsäurevorstufe aktiviert ihrerseits bestimmte Faktoren, die die Ausbreitungsfähigkeit der Krebszellen erhöhen. Als die Forscher bei Mäusen mithilfe eines Antikörpers den Botenstoff Leptin hemmten, sank die Ausbreitungstendenz der Brusttumoren. Die Blockade der an diesen Prozessen beteiligten Signalwege könnte, so die Forscher, in der Zukunft eine therapeutische Option sein, um bei metastasiertem Brustkrebs die weitere Ausbreitung zu verhindern. Dies müsse nun in weiteren Studien erforscht werden.

 

Quelle:

Rios Garcia M et al. Acetyl-CoA Carboxylase 1-Dependent Protein Acetylation Controls Breast Cancer Metastasis and Recurrence. Cell Metabolism, Onlinevorabveröffentlichung am 19. Oktober 2017, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.cmet.2017.09.018

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Brustkrebs

Themen:

Zurück

Aktualisiert am: 22.11.2017 17:14