Wann sich aus Leukoplakie Mundhöhlenkrebs entwickelt

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Offenbar begünstigen bestimmte Genaktivitäten die Entwicklung von Plattenepithelkarzinomen aus Vorstufen im Mundbereich. Dies könnte ein Angriffspunkt vorbeugender Therapien werden. 

Leukoplakie („Weißschwielenkrankheit“) gilt als eine Vorstufe von Mundhöhlenkrebs. Doch längst nicht immer entwickeln sich aus den schmerzlosen, weiß-verfärbten Verdickungen der Hornschicht bösartige Tumoren. In einer Untersuchung gingen Wissenschaftler dem nach, mit der Frage, ob sich genetische Faktoren ermitteln lassen, die den Übergang erleichtern und damit gewissermaßen „vorhersagen“. Die Ergebnisse der Studie erschienen in der Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute.

Die Forscher untersuchten das Genprofil von 86 Patienten mit Leukoplakie im Mundbereich. Sie ermittelten, dass eine übermäßige Bildung sogenannter MET-Rezeptoren, an die sich Wachstumsfaktoren binden können, in den Leukoplakiebereichen häufiger mit dem Übergang in einen bösartigen Tumor verbunden war. Anschließend testeten die Forscher, ob ein Tyrosinkinasehemmer, der sich gegen diese MET-Rezeptoren richtet, bei Mäusen mit künstlich erzeugter Leukoplakie wirkt, sodass die Bildung bösartiger Tumoren unterbunden wird. Tatsächlich gingen infolge der Therapie bei den Mäusen Verdickungen der Hornschicht, bösartige Veränderungen der Hornzellen und die Häufigkeit von Plattenepithelkarzinomen, also bösartigen Tumoren, zurück.

Möglicherweise, so die Interpretation der Studienautoren, treibe die Aktivität von MET den Übergang einer Leukoplakie in einen bösartigen Tumor voran. Der MET-Rezeptor könne, sofern sich dies in weiteren Untersuchungen bestätigen sollte, ein Ziel für eine vorbeugende Therapie sein. 

 

Quelle:

Saintigny P et al. Met Receptor Tyrosine Kinase and Chemoprevention of Oral Cancer. Journal of the National Cancer Institute 2018, 110(3):djx186

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.07.2018 16:14