Wann gehandelt werden muss

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Wissenschaftler ermitteln einen Risikoscore, um die Prognose bei Patienten, die künstlich ernährt werden müssen, abschätzen zu können

Schreitet eine Krebserkrankung weit voran, bekommen viele der Betroffenen Probleme mit der Nahrungsaufnahme: Lebensmittel werden nicht vertragen und lösen Übelkeit und Erbrechen aus, das Essen selbst fällt schwer, weil die Mundschleimhaut schmerzhaft entzündet ist oder das Schlucken nicht funktioniert, oder die Verdauung ist gestört. Nicht selten wird dann eine künstliche Ernährung notwendig, die die Patienten auch zu Hause durchführen können. Wissenschaftler ermittelten einen Risikoscore, mit dessen Hilfe sich der Krankheitsverlauf und die Dringlichkeit zum Handeln ablesen lassen. Sie berichteten darüber in der Fachzeitschrift Annals of Oncology.

Knapp 600 Patienten, die zu Hause künstlich ernährt wurden, wurden einer Trainings- und einer Testgruppe zugeordnet. Anhand der Daten der Trainingsgruppe erstellten die Forscher ein Nomogramm, in dem verschiedene Faktoren berücksichtigt wurden und das zur Vorhersage der Überlebenswahrscheinlichkeit dienen sollte. Der allgemeine körperliche Zustand (Karnofsky performance status), der Prognosescore nach Glasgow, der Ort des Tumors und seine Ausbreitung hatten Einfluss auf die Prognose. Die Tumorlokalisation stand auch in enger Verbindung zu auftretendem Gewichtsverlust, der mithilfe des Body Mass Index (BMI) bestimmt wurde. Das Nomogramm erwies sich anschließend in der Testgruppe als aussagekräftig für die Krankheitsprognose.

Nach Ansicht der Studienautoren könne ein solches Nomogramm zur Vorhersage der Prognose dabei helfen, die individuelle Betreuung von Patienten zu verbessern und rechtzeitig etwa bei bedrohlichem Gewichtsverlust mit geeigneten Maßnahmen entgegenzuwirken.

 

Quelle:

Bozzetti, F. et al.: Development and validation of a nomogram to predict survival in incurable cachectic cancer patients on home parenteral nutrition. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 7. September 2015, doi: 10.1093/annonc/mdv365

 

(kvk)

 

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35