Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs reduzieren

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In Schottland gelang dies seit der Einführung der Impfung gegen krebserregende HP-Viren.

In Schottland hat sich die Einführung der Impfung gegen krebserregende humane Papillomviren (HPV) offenbar gelohnt: Unter den damals 12- bis 13-jährigen geimpften Mädchen kam es in den Folgejahren zu einer deutlichen Reduzierung von Gebärmutterhalskrebsvorstufen, sogenannten zervikalen intraepithelialen Neoplasien Grad 3 oder schlechter (CIN3+). Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift British Medical Journal.

Im Jahr 2008 war in Schottland ein nationales Impfprogramm gegen HPV eingeführt worden, zunächst mit einem Impfstoff, der sich gegen die beiden wichtigsten Auslöser von Gebärmutterhalskrebs richtete und bis 2012 angewandt wurde. Geimpft wurden 12- und 13-jährige Mädchen. Nun untersuchten die Wissenschaftler, wie häufig junge Frauen, die zwischen 1988 und 1996 geboren wurden, im Alter von 20 Jahren CIN aufwiesen. Dafür ermittelten die Forscher die Daten von insgesamt 138.692 Frauen, die mit 20 Jahren eine gynäkologische Untersuchung mit einem Abstrich vom Gebärmutterhals durchführen ließen.

Verglichen mit nicht-geimpften Frauen des Geburtsjahrgangs 1988 traten bei den geimpften Frauen der Geburtsjahrgänge 1995/96 signifikant weniger CIN Grad 3 oder mehr auf: Um 89% von 0,59% auf 0,06%. Auch niedriggradigere CIN (Grad 1 oder 2) gingen in der geimpften Gruppe massiv zurück. Die Impfung erwies sich dabei als effizienter, je jünger die Mädchen zu diesem Zeitpunkt gewesen waren. So betrug die Reduktion von CIN3+ bei den Frauen, die im Alter von 12/13 Jahren gegen HPV geimpft worden waren, 86%, bei den Frauen, die erst mit 17 Jahren geimpft worden waren, 51%. 

Und auch nicht geimpfte Frauen profitierten offenbar: In der Studie gab es Anzeichen für einen „Herdenschutz“ gegenüber hochgradigen CIN, von dem die ungeimpften Mädchen der 1995/96-Geburtsjahrgänge profitierten.

Demnach, so die Schlussfolgerung der Studienautoren, führte die Einführung der Impfung gegen zwei HP-Virustypen bei 12- bis 13-jährigen Mädchen zu einem starken Rückgang der Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs. 

 

Quelle:

Palmer T et al. Prevalence of cervical disease at age 20 after immunization with bivalent HPV vaccine at age 12-13 in Scotland: retrospective population study. BMJ 2019; 365:l1161; http://dx.doi.org/10.1136/bmj.l1161

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 18.06.2019 16:25