Vor der Brustkrebstherapie: HER2-Status kennen

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Eine Studie zeigt, dass Brustkrebspatientinnen mit frühem Tumor, der nur wenig HER2 ausbildet, nicht von einer zusätzlichen adjuvanten Therapie mit dem HER2-Antikörper Trastuzumab profitieren.

Patientinnen mit Brustkrebs in einem frühen Stadium, bei denen der Tumor nur wenig HER2 ausbildet, profitieren offenbar nicht davon, wenn nach der Operation zur unterstützenden (adjuvanten) Standardchemotherapie der HER2-Antikörper Trastuzumab hinzugefügt wird. Das geht aus den Ergebnissen einer klinischen Phase III-Studie hervor, die auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium Anfang Dezember präsentiert wurde.

Wenn bei Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium zusätzlich zur adjuvanten Chemotherapie ein Jahr lang Trastuzumab verabreicht wird, sinkt das Rückfallrisiko und verbessern sich die Überlebensaussichten – vorausgesetzt, es handelt sich um HER2-positivem Brustkrebs. Bei etwa jeder vierten bis fünften Brustkrebspatientin handelt es sich um einen solchen Tumor, der verstärkt den sogenannten epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor HER2 ausbildet. Bindet sich der Antikörper Trastuzumab an diesen Rezeptor, bleiben wichtige Wachstumssignale an die Krebszellen aus.

In der aktuellen Studie wurden Brustkrebspatientinnen, bei denen der Tumor nur wenig HER2 bildete, mit Standardchemotherapie mit oder ohne Trastuzumab behandelt. Wie sich herausstellte, hatte die Antikörpertherapie keinen zusätzlichen Effekt – das krankheitsfreie Überleben und das Gesamtüberleben unterschieden sich nach fünf Jahren nicht im Vergleich zu der Gruppe, die nicht zusätzlich mit Trastuzumab behandelt worden war. 

Die Studienergebnisse bekräftigen nach Ansicht der Autoren die aktuellen Empfehlungen, die eine unterstützende HER2-Blockade mit Trastuzumab nur für Patientinnen mit frühem HER2-positivem Brustkrebs vorsehen. Um eine Über- oder Untertherapie zu vermeiden, sei eine Testung auf HER2 vor Festlegung der Behandlungsstrategie sinnvoll und notwendig.

 

Quelle:

Fehrenbacher L et al. NSABP B-47 (NRG oncology): Phase III randomized trial comparing adjuvant chemotherapy with adriamycin (A) and cyclophosphamide (C) → weekly paclitaxel (WP), or docetaxel (T) and C with or without a year of trastuzumab (H) in women with node-positive or high-risk node-negative invasive breast cancer (IBC) expressing HER2 staining intensity of IHC 1+ or 2+ with negative FISH (HER2-Low IBC). San Antonio Breast Cancer Symposium, 5.-9. Dezember 2017

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 16.01.2018 16:09