Vitamin D und Kalzium: Gutartige Darmtumoren nicht seltener

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Die tägliche Einnahme von Vitamin D oder Kalzium ist offenbar nicht geeignet, der Entstehung von Adenomen, aus denen sich Darmkrebs entwickeln kann, vorzubeugen

Aus epidemiologischen und vorklinischen Studien war die Hoffnung erwachsen, dass mit einer zusätzlichen Einnahme von Vitamin D und Kalzium das Risiko für Darmkrebs gesenkt werden könne. Nun wurden die Ergebnisse einer kontrollierten klinischen Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht, die diese Hoffnung nicht bestätigen können.

An der Studie nahmen mehr als 2.200 Patienten teil, bei denen kurz zuvor ein gutartiger Darmtumor, ein sogenanntes Adenom, diagnostiziert und bei einer Darmspiegelung entfernt worden war. Aus einem Adenom kann sich Darmkrebs entwickeln. Die Patienten erhielten – nach dem Zufallsprinzip ausgewählt – täglich Vitamin D3, Kalzium, beides oder ein Scheinmedikament (Placebo). Drei bis fünf Jahre später wurde eine zweite Darmspiegelung durchgeführt, um zu sehen, ob sich weitere Adenome gebildet hatten oder nicht.

43 Prozent der Teilnehmer hatten bei der Kontrolldarmspiegelung ein oder mehrere weitere Adenome. Dabei machte es keinen Unterschied, ob die Teilnehmer Vitamin D, Kalzium, beides oder Placebo eingenommen hatten. Dies galt auch für fortgeschrittene Adenome, bei denen die Chance, dass sie sich zu Darmkrebs entwickeln, noch höher ist. Jedoch traten bei einigen Teilnehmern schwerwiegende Nebenwirkungen infolge der Behandlung auf.

Nach Ansicht der Studienautoren könne eine tägliche Einnahme von Vitamin D, Kalzium oder beidem nach Entfernung von Adenomen im Dickdarm das Risiko für weitere Adenome in den folgenden drei bis fünf Jahren nicht senken.

 

Quelle:

Baron, J. A. et al.: A Trial of Calcium and Vitamin D for the Prevention of Colorectal Adenomas. New England Journal of Medicine 2015, 373:1519-1530

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.10.2017 21:19