Vitamin D-Mangel durch Sonnencreme?

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Die Anwendung von Sonnencreme kann vor schwerem Sonnenbrand schützen und senkt damit das Risiko für Hautkrebs. In einer Studie bestätigte sich die Befürchtung, dadurch einen Vitamin D-Mangel zu erleiden, nicht.

Zum Schutz vor hellem und schwarzem Hautkrebs wird empfohlen, vor jedem längeren Aufenthalt in der Sonne die exponierten Hautstellen mit einer Sonnencreme mit möglichst hohem Lichtschutzfaktor einzucremen. Doch kann es bei häufiger Anwendung von Sonnencreme zu einem Vitamin D-Mangel kommen, weil nicht mehr genügend UV-Strahlung die Haut trifft? Diese Sorge können die Ergebnisse einer Studie aus den USA in der Fachzeitschrift Journal of the European Academy of Dermatology and Venerology nicht bestätigen.

Vitamin D wird vom Körper selbst gebildet, wofür die Einstrahlung von Sonnenlicht auf die Haut die Voraussetzung ist. Ausgedehnte Sonnenbäder ohne Schutz der Haut sind dabei jedoch nicht nur unnötig, sondern eher schädlich, weil die Haut durch das UV-Licht verbrennen kann. Jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko für hellen und schwarzen Hautkrebs nachweislich.

In der Studie wurden die Daten von 2.390 weißen Erwachsenen im Alter von 20 bis 59 Jahren ausgewertet, die zwischen 2011 und 2014 erfasst worden waren. Mittels Fragebögen war damals u.a. erfasst worden, wie empfindlich die Studienteilnehmer ihre Haut gegenüber der Sonne einschätzten. Als empfindlich galt die Haut, wenn nach längerer Sonnenabstinenz, etwa im Winter, die Neigung bestand, bei einem Aufenthalt in der Sonne von einer halben Stunde einen schweren Sonnenbrand zu bekommen. Außerdem waren die Vitamin D-Spiegel der Teilnehmer im Blut bestimmt worden. 

Tatsächlich hatten die Personen, die ihre Haut als empfindlich einschätzten, ein größeres Risiko für Sonnenbrände. Sie verbrachten im Durchschnitt mehr Zeit im Schatten, und sie wendeten häufiger Sonnencreme an. Ein Vitamin D-Mangel konnte bei ihnen jedoch nicht häufiger festgestellt werden als bei Personen mit weniger sonnenempfindlicher Haut. Auch war ihr Risiko für Sonnenbrände reduziert, wenn sie mehr Zeit im Schatten verbrachten und sie ihre Haut auch sonst noch schützten, etwa mit langer, bedeckender Kleidung.

Nach Ansicht der Studienautoren müssten sich Personen mit sonnenempfindlicher Haut nicht darüber beunruhigen, durch häufiges Auftragen von Sonnencreme einen Mangel an Vitamin D zu erleiden.

 

Quelle:

Kim S et al. Prevalence and correlates of sun protections with sunburn and vitamin D deficiency in sun‐sensitive individuals. Journal of the European Academy of Dermatology and Venerology, Onlinevorabveröffentlichung am 26. Mai 2020, https://doi.org/10.1111/jdv.16681

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 30.09.2020 21:37