Viele Zysten ein Risikofaktor für Nierenkrebs

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Polyzystische Nieren sind offenbar mit einem erhöhten Risiko für Darm-, Leber- und Nierenkrebs verbunden.

An der Niere können sich flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, sogenannte Zysten, bilden. Wenn dies gleich mehrfach geschieht (polyzystische Nierenerkrankung), haben die Betroffenen ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen, wie aus einer Studie aus Taiwan hervorgeht, die in der Fachzeitschrift Lancet Oncology veröffentlicht wurde.

Die Forscher werteten die Daten von 4.346 Personen im Alter von 20 Jahren und älter aus, die an einer polyzystischen Nierenerkrankung erkrankt waren. Dabei waren Patienten ausgeschlossen, die neben der polyzystischen Nierenerkrankung noch eine chronische Nierenerkrankung, eine Nierenfunktionsstörung im Endstadium oder eine Vorgeschichte an Krebs hatten. Die Häufigkeit, mit der die ausgewählten Personen in der mehrjährigen Beobachtungszeit an Krebs erkrankten, wurde mit derjenigen von 4.346 Kontrollpersonen verglichen, die nicht an einer polyzystischen Nierenerkrankung litten.

Insgesamt erkrankten die Patienten mit polyzystischen Nieren nahezu doppelt so häufig an Krebs wie die Personen der Kontrollgruppe. Erhöht war das Risiko für Leberkrebs (eineinhalbfach), Darmkrebs (etwas mehr als eineinhalbfach) und Nierenkrebs (zweieinhalbfach). 

Patienten mit polyzystischer Nierenerkrankung und ihre behandelnden Ärzte sollten sich des erhöhten Risikos für Leber-, Darm- und Nierenkrebs bewusst sein, so die abschließende Empfehlung der Studienautoren.

 

Quelle:

Tung-Min Yu et al.: Risk of cancer in patients with polycystic kidney disease: a propensity-score matched analysis of a nationwide, population-based cohort study. The Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 19. August 2016, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(16)30250-9

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07