Viele Basaliome = Genetisch bedingt erhöhtes Risiko für Krebs?

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In einer Studie zeigte sich ein Zusammenhang zwischen dem gehäuften Auftreten von hellem Hautkrebs, Veränderungen von DNA-Reparaturgenen und einem erhöhten Risiko für andere Krebsarten.

Wenn jemand mehrfach an einem Basalzellkarzinom (auch Basaliom) erkrankt, das zum nicht-melanozytären, also hellen Hautkrebs gezählt wird, ist offenbar erhöhte Aufmerksamkeit geboten: Es könnte darauf hinweisen, dass eine erblich bedingte erhöhte Neigung auch für andere Krebsarten vorliegt. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JCI Insight.

An der Studie nahmen 61 Patienten teil, darunter drei Viertel Männer, die in ihrer Krankengeschichte bereits ungewöhnlich oft an einem Basalzellkarzinom erkrankt gewesen waren. Im Durchschnitt hatten sie elf Basalzellkarzinome hinter sich, Minimum waren sechs, das Maximum 65. Sie waren, als bei ihnen die erste Erkrankung an hellem Hautkrebs diagnostiziert worden war, durchschnittlich 44 Jahre alt (jüngstes Alter bei der Erstdiagnose 16 Jahre, höchstes Alter 77 Jahre). Die Mehrzahl von ihnen hatte einen hellen Hauttyp, meist Typ 2, deutlich seltener Typ 1.

Die Forscher führten bei den Studienteilnehmern eine Genanalyse durch, wobei sie 29 sogenannte DNA-Reparaturgene ins Visier nahmen. Solche Reparaturgene sind in der Lage, DNA-Schäden, die beispielsweise durch die Einwirkung von UV-Licht entstehen, zu reparieren, sodass sie folgenlos bleiben. Fallen die Reparaturgene aus, können die geschädigten Zellen entarten, sodass Krebs entsteht.

Parallel führten die Forscher eine rückblickende Analyse mit den Daten von 13.264 Patienten durch, die ebenfalls an sechs oder mehr Basalzellkarzinomen erkrankt und in einer US-amerikanischen Datenbank erfasst worden waren. Ein Fünftel von ihnen wies krankhafte Veränderungen (Mutationen) in bestimmten DNA-Reparaturgenen auf. 

Grundsätzlich hatten die Patienten mit sechs oder mehr Basalzellkarzinomen in der Vorgeschichte ein rund dreifach erhöhtes Risiko für weitere Krebserkrankungen. Nach Ansicht der Studienautoren könne ein gehäuftes Auftreten von Basalzellkarzinomen als ein Marker für ein erblich bedingt erhöhtes Krebsrisiko angesehen werden.

 

Quelle:

Cho H G et al. Frequent basal cell cancer development is a clinical marker for inherited cancer susceptibility. JCI Insight 2018,3(15):e122744. https://doi.org/10.1172/jci.insight.122744

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 16.12.2018 19:40