Verhütung und Krebsrisiko

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Für einige Krebsarten geht das Risiko zurück – und das anhaltend noch viele Jahre nach der Einnahme der oralen Kontrazeptiva.

Weltweit nutzen Millionen Frauen orale Kontrazeptiva, die sogenannte „Pille“, um eine Schwangerschaft zu verhüten – immer schwingt jedoch die Frage nach langfristigen Folgen, etwa des Krebsrisikos, mit. Nun geben Wissenschaftler aus Großbritannien mit den Ergebnissen einer Langzeitstudie in der Fachzeitschrift American Journal of Obstetrics & Gynecology größtenteils Entwarnung: Im Gegenteil geht das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen unter der Pille sogar zurück – ein Effekt, der offenbar noch viele Jahre nach dem Absetzen anhält.

Die 46.022 Teilnehmerinnen, die 1968 und 1969 im Rahmen der UK Royal College of General Practitioners' Oral Contraception-Studie gewonnen worden waren, wurden bis zu 44 Jahre lang beobachtet. 4.661 Frauen, die die Pille zur Schwangerschaftsverhütung eingenommen hatten, erkrankten an mindestens einer Krebserkrankung. Unter den Nicht-Anwenderinnen der Pille geschah dies bei 2.341 Frauen. 

Die Anwenderinnen der Pille hatten gegenüber den Nicht-Anwenderinnen ein geringeres Risiko für Darmkrebs, Gebärmutterkörperkrebs, Eierstockkrebs, Blut- und Lymphdrüsenkrebs – und das bis zu 30 Jahre lang und mehr. Unter den Frauen, die die Pille einnahmen und rauchten, zeigte sich ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs. Ein erhöhtes Risiko für Brust- und Gebärmutterkörperkrebs zeigte sich bei den Frauen, die die Pille einnahmen, und jenen, die sie kürzlich abgesetzt hatten – es verlor sich aber fünf Jahre nach dem Absetzen der Pille. In späteren Jahren war kein erhöhtes Risiko für irgendeine Krebsart mehr zu erkennen.

Nach Ansicht der Studienautoren könnten die meisten Frauen von den langfristigen positiven Auswirkungen der Pille auf das Risiko einiger Krebserkrankungen profitieren. 

 

Quelle:

Iversen, L. et al.: Lifetime cancer risk and combined oral contraceptives: The Royal College of General Practitioners' Oral Contraception Study. American Journal of Obstetrics & Gynecology, Onlinevorabveröffentlichung am 8. Februar 2017, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.ajog.2017.02.002

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 28.07.2017 16:25