Unterstützende Strahlentherapie nach der Operation bei Gebärmutterkörperkrebs

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Neue Methode ist schonender für das gesunde Gewebe und verursacht weniger Nebenwirkungen an den Verdauungsorganen.

Verschiedene Strahlentechniken wurden in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt, die bei bösartigen Tumoren erfolgreich wirken und gleichzeitig schonender für das umgebende gesunde Gewebe sind. Solche Methoden sind die 3D-konformale Strahlentherapie und die intensitätsmodulierte Strahlentherapie. In einer Studie nun verglichen Wissenschaftler den Behandlungserfolg beider Bestrahlungsmethoden bei Frauen mit Gebärmutterkörperkrebs, die nach der Operation noch eine unterstützende adjuvante Strahlentherapie erhalten sollten. Die Ergebnisse der Studie erschienen in der Fachzeitschrift Acta Oncologica.

646 Patientinnen nahmen an der Studie teil. 265 von ihnen erhielten eine 3D-konformale Strahlentherapie, 381 eine intensitätsmodulierte Strahlentherapie. Bei der 3D-konformalen Strahlentherapie wird mittels Bildgebung eine präzise Bestrahlung des Tumorgewebes ermöglicht, sodass das umliegende gesunde Gewebe weitgehend verschont bleibt. Die intensitätsmodulierte Strahlentherapie indes ist eine Weiterentwicklung der 3D-konformalen Strahlentherapie. Hier kann die Intensität der Strahlendosis innerhalb des Bestrahlungsfeldes verändert und der Strahlenempfindlichkeit des Gewebes punktgenau angepasst werden. Tumorgewebe erhält damit optimal starke Strahlendosen, das gesunde Gewebe so gut wie keine Strahlung.

Die Beobachtungszeit in der Studie betrug gut drei Jahre. Hinsichtlich des Bestrahlungserfolgs unterschieden sich die beiden Methoden offenbar nicht: Es wurden keine signifikanten Unterschiede im Überleben und der Krankheitskontrolle festgestellt. Jedoch traten in der Gruppe der intensitätsmodulierten Strahlentherapie signifikant weniger Nebenwirkungen im Verdauungstrakt auf als in der Gruppe mit 3D-konformaler Strahlentherapie. Dies galt sowohl für akute Nebenwirkungen als auch für langfristig auftretende Komplikationen.

Damit, so die Studienautoren, habe sich gezeigt, dass die intensitätsmodulierte Strahlentherapie bei Gebärmutterkörperkrebs ebenso gut eingesetzt werden könne wie die 3D-konformale Strahlentherapie. Sie erzeuge eine ebenso gute Krankheitskontrolle, gleichzeitig aber weniger Nebenwirkungen an den Verdauungsorganen.

 

Quelle:

Onal C et al. Outcome and safety analysis of endometrial cancer patients treated with postoperative 3D-conformal radiotherapy or intensity modulated radiotherapy. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 17. Mai 2021, https://doi.org/10.1080/0284186X.2021.1926537

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 16.09.2021 13:10