Unterstützende Immuntherapie bei Speiseröhrenkrebs

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Unter bestimmten Umständen kann eine adjuvante Immuntherapie nach der Operation einen Überlebensvorteil bringen.

Für Patienten mit Speiseröhrenkrebs oder Krebs am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen, die nach einer neoadjuvanten Chemostrahlentherapie und Operation ein hohes Risiko für einen Rückfall haben, kann es sich lohnen, nach dem chirurgischen Eingriff noch eine adjuvante Immuntherapie mit einem PD1-Checkpointblocker durchzuführen. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

Durch die unterstützende neoadjuvante oder adjuvante systemische Therapie vor bzw. nach der Operation verkleinert sich in vielen Fällen der Tumor und werden im Körper verstreute Krebszellen zerstört. Bei Patienten mit Speiseröhrenkrebs oder Krebs am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen, die eine neoadjuvante Chemostrahlentherapie und Operation erhalten und aufgrund bestimmter Tumormerkmale ein hohes Risiko für einen Rückfall aufweisen, war eine adjuvante Therapie bislang noch nicht etabliert.

In der CheckMate 577-Studie, einer Phase III-Studie, erhielten 532 erwachsene Patienten mit Speiseröhrenkrebs oder Krebs am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen im Stadium II oder III entweder eine adjuvante Immuntherapie mit einem PD1-Blocker oder ein Scheinmedikament (Placebo). Alle hatten nach einer neoadjuvanten Chemostrahlentherapie und Operation noch immer Tumorreste im Körper. Die krankheitsfreie Überlebenszeit verdoppelte sich infolge der adjuvanten Immuntherapie. Von der zusätzlichen Therapie profitierten alle Patienten unabhängig von bestimmten Tumormerkmalen.

Zwar traten in der Immuntherapiegruppe mehr Nebenwirkungen als in der Placebogruppe auf, doch konnten diese in den meisten Fällen gut behandelt werden. Die zusätzliche adjuvante Immuntherapie brachte den Patienten damit einen deutlichen Überlebensvorteil, so das Fazit der Studienautoren. 

 

Quelle:

Kelly RJ et al. Adjuvant Nivolumab in Resected Esophageal or Gastroesophageal Junction Cancer. New England Journal of Medicine 2021; 384:1191-203

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 23.09.2021 17:28