Ultraschall in der Brustkrebsfrüherkennung?

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Die Sonographie könnte in Ergänzung zur Mammographie die Entdeckung von Brustkrebs verbessern.

Für die Früherkennung von Brustkrebs wird in Deutschland die Röntgenuntersuchung der Brust, die sogenannte Mammographie, am häufigsten eingesetzt – ein effizientes Verfahren, mit dem viele bösartige Tumoren schon in einem frühen Stadium erkannt werden können. Doch nicht in allen Fällen reicht die Methode aus, um Krebs eindeutig zu identifizieren. In einer Pressemitteilung weist die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) darauf hin, dass ein zusätzlich eingesetzter Ultraschall (Sonographie) der Brust die Trefferquote erheblich erhöhen kann.

Demnach sei, so Professor Dr. B. Joachim Hackelöer von den Universitäten in Hamburg und Marburg, der Mehrwert, den die Ultraschalluntersuchung für die Früherkennung von Brustkrebs bringen könnte, hierzulande noch weitgehend unbekannt. Vor allem Frauen mit dichtem Brustgewebe, also einem hohen Anteil an Milchdrüsengewebe im Vergleich zu Binde- und Fettgewebe, würden vom zusätzlichen Ultraschall profitieren. So können sich bösartige Tumoren, also Karzinome, der Brust, im Ultraschall deutlich vom gesunden Gewebe abheben, während sie bei dichtem Brustgewebe im Röntgenbild mitunter maskiert bleiben. Gleichzeitig haben gerade Frauen mit dichtem Brustgewebe ein höheres Risiko für Brustkrebs. 

Nach Ansicht der DEGUM-Experten könnte ein Ultraschall der Brust die alle zwei Jahre stattfindende Mammographie in der Krebsfrüherkennung ergänzen. Im Idealfall würde die Ultraschalluntersuchung in Abhängigkeit vom Dichtegrad des Brustgewebes bei Frauen ab dem 40. Lebensjahr etwa einmal pro Jahr durchgeführt werden. Würde die Ultraschalldiagnostik flächendeckend als Ergänzung zur Mammographie angewendet werden, könnten laut DEGUM vermutlich bis zu 45 Prozent mehr invasive Karzinome erkannt werden.

In den aktuellen Leitlinien und Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e. V. wird Ultraschall zur Früherkennung von Brustkrebs in bestimmten Fällen bereits empfohlen: Als Ergänzung zur Mammographie bei dichtem Brustgewebe (Dichte 3-4) und einem erhöhten Brustkrebsrisiko, wenn sich in der Mammographieuntersuchung verdächtige Bereiche zeigen und/oder wenn ein auffälliger Befund in der Magnetresonanztomographie vorliegt.

 

Quellen:

Pressemitteilung der DEGUM vom 28. Mai 2018

Diagnostik und Therapie von Patientinnen mit primärem und metastasiertem Brustkrebs. Empfehlungen der AGO Kommission Mamma. Hrsg. Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e. V. in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. sowie in der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. München: 2018, W. Zuckschwerdt Verlag GmbH 

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.06.2018 23:40