Überlebenschancen bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs gestiegen

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Eine Studie aus den USA zeigt, dass im Zuge der Einführung neuer zielgerichteter Therapien bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs die Sterblichkeit an der Erkrankung gesunken ist.

Es hat sich etwas bewegt in den letzten Jahren: Die Zahl der Todesfälle an nicht-kleinzelligem Lungenkrebs sind, zumindest in den USA, in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen – stärker noch als die Zahl der Neuerkrankungen. Das geht aus einem Studienbericht in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine hervor.

Die Forscher hatten die Daten des Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER) Registers ausgewertet und dabei die unterschiedlichen Arten von Lungenkrebs, also kleinzelligen und nicht-kleinzelligen Lungenkrebs, berücksichtigt. Die Trends waren eindeutig: Sowohl bei kleinzelligem als auch bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs war ein deutlicher Rückgang der Erkrankungszahlen und der Todesfälle zu beobachten. Doch während beim kleinzelligen Lungenkrebs (SCLC) der Rückgang der Sterbezahlen mit dem Rückgang der Erkrankungshäufigkeit korrespondierte, fiel die Senkung der Todeszahlen beim nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) stärker aus als die Abnahme der Erkrankungszahlen. Seit Einführung der zielgerichteten Therapie hatte sich das Überleben der Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs substantiell verbessert.

So betrug beispielsweise bei Männern der jährliche Rückgang der Erkrankungshäufigkeit an NSCLC von 2008 bis 2016 rund drei Prozent, der Rückgang der Sterberate in der Zeit von 2013 bis 2016 jedoch sogar rund sechs Prozent. Das lungenkrebsspezifische Überleben verbesserte sich bei Männern von 26 Prozent bei jenen, die im Jahr 2001 an NSCLC erkrankten, auf 35 Prozent bei denen, die ihre Diagnose 2014 erhalten hatten. Ähnliche Ergebnisse zeigten sich für Frauen.

Die Forscher führen die verbesserten Überlebenschancen auf die Entwicklungen neuer Therapien beim NSCLC zurück. Beim SCLC hingegen seien die Fortschritte in der Therapie nur begrenzt gewesen, weshalb der Rückgang der Sterberaten im Wesentlichen auf die verringerte Zahl erkrankter Personen zurückzuführen sei.

 

Quelle:

Howlader N et al. The Effect of Advances in Lung-Cancer Treatment on Population Mortality. New England Journal of Medicine 2020, 383:640-9

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 27.11.2020 19:40