Übergewicht als Risikofaktor

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

In einer Studie zeigt sich der Zusammenhang für fünf Krebsarten eindeutig.

Zu hohes Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße wird schon seit längerem mit dem Risiko für bestimmte Krebserkrankungen in Verbindung gebracht. Nun untersuchten Wissenschaftler zusammenfassend mehrere größere Studien, die sich mit dem Thema beschäftigt hatten, wobei sich laut ihrem Bericht in der Fachzeitschrift Annals of Oncology der Zusammenhang für einige Krebsarten klar herauskristallisierte.

20 Krebsarten hatten die Forscher ins Visier genommen: Harnblasenkrebs, bösartige Hirntumoren und Tumoren des Zentralen Nervensystems, Brustkrebs, Dickdarmkrebs, Enddarmkrebs, Gebärmutterkörperkrebs, Magenkrebs, Gallenblasenkrebs, Leukämien, Leberkrebs, Lungenkrebs, Melanom, multiples Myelom, Non-Hodgkin-Lymphome, Speiseröhrenkrebs, Eierstockkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Prostatakrebs, Nierenkrebs und Schilddrüsenkrebs. Für alle diese Krebsarten gab es bereits Studien, in denen die Häufigkeit ins Verhältnis zum sogenannten Body Mass Index (BMI) als Maß für ein gesundes bzw. zu niedriges oder hohes Körpergewicht gesetzt worden war. 

In der aktuellen zusammenfassenden Analyse ergab sich eine eindeutige Assoziation zwischen einem zu hohen BMI als Ausdruck von Übergewicht bzw. Fettleibigkeit und fünf Krebsarten: Leukämien, multiples Myelom, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Gebärmutterkörperkrebs, Enddarmkrebs und Nierenkrebs. Andeutungsweise war zudem ein Effekt bei malignem Melanom, Non-Hodgkin-Lymphom und Adenokarzinom der Speiseröhre zu beobachten. Ein nur geringer Zusammenhang für einen erhöhten BMI und der Krankheitshäufigkeit zeigte sich bei Hirntumoren, Brustkrebs, Dickdarmkrebs, Gallenblasenkrebs, Lungenkrebs, Leberkrebs, Eierstockkrebs und Schilddrüsenkrebs. Keinen Zusammenhang zum BMI der Patienten fanden die Forscher bei Blasenkrebs, Magenkrebs und Prostatakrebs.

Nicht bei allen untersuchten Krebsarten ließ sich ein erhöhter BMI als Risikofaktor ermitteln, so die Studienautoren. Bei Leukämien, multiplem Myelom, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Gebärmutterkörperkrebs, Enddarmkrebs und Nierenkrebs jedoch sei der Zusammenhang in einer Dosis-Wirkungsbeziehung eindeutig nachweisbar: Je höher der BMI desto höher das Risiko für die Krankheit. 

 

Quelle:

Choi E K et al. Body mass index and 20-specific cancers: re-analyses of dose-response meta-analyses of observational studies. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 28. Dezember 2017, https://doi.org/10.1093/annonc/mdx819

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema

Zurück

Aktualisiert am: 16.01.2018 16:09