Übergewicht als Risikofaktor für Prostatakrebs

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Wenn das Körpergewicht im Erwachsenenalter zu stark ansteigt, nimmt das Risiko für aggressiven Prostatakrebs zu.

Ein stark erhöhtes Körpergewicht ist ein Risikofaktor für zahlreiche Krebserkrankung. Dies gilt offenbar auch für Prostatakrebs, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer Medicine berichteten.

In der Studie wurden die Daten von 781 Prostatakrebspatienten und 829 nicht daran erkrankten Männern unter 75 Jahren ausgewertet. Die Patienten und Kontrollpersonen waren hinsichtlich ihres Alters aufeinander abgestimmt. In einer Befragung mussten sie unter anderem Auskunft über ihr Körpergewicht in jeder Lebensdekade ab dem 20. Lebensjahr geben.

Bei der Auswertung zeigte sich, dass Männer, die mit 20 Jahren noch einen Body Mass Index (BMI) im Normalbereich, also Normalgewicht, hatten, anschließend jedoch übergewichtig oder gar fettleibig wurden, ein erhöhtes Risiko für aggressiven Prostatakrebs aufwiesen. Insgesamt waren rund 30 Prozent der Teilnehmer zum Zeitpunkt der Befragung normalgewichtig, 48 Prozent hatten Übergewicht und 22 Prozent waren fettleibig. Gut ein Drittel der Befragten war im Alter von 20 Jahren noch normalgewichtig gewesen und hatte im Lebensverlauf an Körpergewicht bis hin zu Übergewicht oder Fettleibigkeit zugelegt.

Starkes Übergewicht bzw. Fettleibigkeit im Erwachsenenalter erhöhen offenbar das Risiko für aggressive Formen von Prostatakrebs, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. Dies gelte im Besonderen für Nichtraucher.

 

Quelle:

Lavalette C et al. Body mass index trajectories and prostate cancer risk: Results from the EPICAP study. Cancer Medicine 2020, DOI: 10.1002/cam4.3241

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 29.10.2020 15:07