Übelkeit und Erbrechen als Nebenwirkung der Chemotherapie verhindern

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Ein Neuroleptikum den üblichen Medikamenten zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen hinzuzufügen, erhöht die Wirkung. Eine niedrige Dosis ist dabei schon ausreichend.

Häufige Nebenwirkungen einer Chemotherapie sind Übelkeit und Erbrechen. Die Patienten, die eine Chemotherapie wegen einer Krebserkrankung durchführen müssen, erhalten deshalb Medikamente, die diese Nebenwirkungen abmildern oder sogar verhindern können. Wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Lancet Oncology berichteten, ist diese Prophylaxe noch wirksamer, wenn den üblichen Wirkstoffen ein Neuroleptikum in niedriger Dosierung hinzugefügt wird. 

Die gute Wirkung von Neuroleptika bei der Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen in der Krebstherapie ist bereits seit längerem bekannt. Doch machen diese Wirkstoffe in der bislang üblichen Dosierung die Patienten auch schläfrig und benommen. Deshalb testeten die Forscher, ob nicht auch die halbe Dosierung eines solchen Neuroleptikums ausreichend sein könnte.

An der Studie nahmen Patienten zwischen 20 und 75 Jahren mit einer Krebserkrankung teil, die sich einer Cisplatin-haltigen Chemotherapie unterziehen mussten. Sie erhielten gleichzeitig Medikamente zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen, die bei einer Hälfte mit einem Neuroleptikum in halber Dosierung als bislang üblich und bei der anderen Hälfte mit einem Scheinmedikament (Placebo) kombiniert wurden. 

Verhindert werden sollten Übelkeit und Erbrechen, die verzögert, also ca. 24 bis 120 Stunden nach Gabe der Chemotherapie eintreten. Dies gelang bei 79 Prozent der Patienten, die das Neuroleptikum, und zwei Drittel der Patienten, die stattdessen ein Placebo erhalten hatten. Unter stärkerer Schläfrigkeit (Grad 3) infolge der Therapie mit dem Neuroleptikum litt nur ein Patient.

Dies zeige, so die Interpretation der Studienautoren, dass bei Patienten, die sich einer Cisplatin-haltigen Chemotherapie unterziehen, die Gabe des Neuroleptikums in niedriger Dosierung in Kombination mit den ansonsten üblichen Medikamenten zur Vorbeugung von verzögerter Übelkeit und Erbrechen wirksam und sicher sei.

 

Quelle:

Hashimoto H et al. Olanzapine 5 mg plus standard antiemetic therapy for the prevention of chemotherapy-induced nausea and vomiting (J-FORCE): a multicentre, randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 3 trial. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 11. Dezember 2019, DOI:https://doi.org/10.1016/S1470-2045(19)30678-3

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24