Tumordicke entscheidet beim Melanom

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Die Tumordicke hat beim malignen Melanom offenbar wesentlichen Einfluss auf die Prognose.

Wie dick ein Melanom bereits geworden ist, bevor es diagnostiziert wird, entscheidet wesentlich über den weiteren Krankheitsverlauf und die Prognose. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology hervor.

In der Studie wurden die Daten von 82.901 Melanomfällen in Deutschland aus den Jahren 1997 bis 2013 ausgewertet. Die relativen Fünf- und Zehnjahresüberlebensraten für diese Fälle betrugen 91,7% und 90,8%. Das relative Überleben berücksichtigt den Umstand, dass nur ein Teil der Sterbefälle bei Krebspatienten tatsächlich auf die Krebserkrankung zurückgeht, weil es auch andere Todesursachen geben kann. Die relative Überlebensrate berechnet sich demnach aus dem absoluten Überleben der Krebspatienten in einem bestimmten Zeitraum und dem Überleben in der allgemeinen Bevölkerung gleichen Alters und Geschlechts im gleichen Zeitraum, also dem „erwarteten Überleben“. Das relative Überleben ist demzufolge immer höher als das absolute, welches zeigt, wieviele Krebspatienten zu einem bestimmten Zeitpunkt überhaupt noch am Leben sind.

Bei den untersuchten Melanomfällen verschlechterte sich die Prognose unabhängig davon, um welchen Gewebetyp, also histologischen Subtyp von Melanom es sich handelte, mit zunehmendem T-Stadium. Das sogenannte T-Stadium hängt von der Tumordicke ab und reicht von Tis (Tumor vollständig auf den Ursprungsort begrenzt = Melanoma in situ) bis hin zu T4 bei einer Tumordicke von mehr als vier Millimetern.

Die beobachteten Unterschiede im relativen Überleben bei den verschiedenen histologischen Subtypen gingen laut Bewertung der Studienautoren wesentlich auf den Einfluss der Tumordicke zurück. Für den Zeitraum 2010-2013 konnte in der Studie ein besseres relatives Fünf-Jahresüberleben festgestellt werden als für den Zeitraum 2002–2005 – ein Resultat dessen, dass die Tumoren in einem früheren T-Stadium, also mit einer geringeren Dicke diagnostiziert worden waren.

 

Quelle:

Brunssen A et al. A population-based registry study on relative survival from melanoma in Germany stratified by tumor thickness for each histologic subtype. Journal of the American Academy of Dermatology 2019, 80(4):938-46

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 19.10.2019 16:42