Trockene Haut als Nebenwirkung bei zielgerichteter Krebstherapie

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Die Empfehlung lautet: Bei geplanter zielgerichteter Therapie rechtzeitig mit einer rückfettenden Hautpflege vorbeugen

Zielgerichtete Therapien mit Hemmstoffen, die sich gegen ausgewählte Stoffwechselprozesse von Krebszellen richten, etwa sogenannte Tyrosinkinasehemmer, c-kit-, BRAF- und MEK-Hemmer, können als eine Nebenwirkung trockene Haut (Xerosis) verursachen. Dies war bereits seit längerem bekannt, doch nun untersuchten Forscher in einer Überblicksstudie, wie häufig diese nicht selten mit Juckreiz verbundene Nebenwirkung auftritt. Sie berichteten darüber in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology.

Wissenschaftler dringen immer tiefer in die Prozesse ein, die Krebs entstehen lassen und seine Ausbreitung im Körper fördern. Das führte zur Entwicklung neuartiger Therapien, die zielgerichtet in diese Prozesse eingreifen und dadurch selbst fortgeschrittene Krebserkrankungen zumindest vorübergehend aufhalten können, sodass die Lebenserwartung der Erkrankten deutlich steigt. Im Allgemeinen werden die zielgerichteten Therapien besser vertragen als Chemo- und Strahlentherapie, weil sie sich bevorzugt gegen Strukturen richten, die in oder auf Krebszellen vorkommen. Doch ganz ohne Nebenwirkungen geht es auch bei einer zielgerichteten Therapie nicht.

Die Forscher fassten für ihre Datenanalyse Studien zusammen, die in der Vergangenheit zu insgesamt 58 verschiedenen zielgerichteten Wirkstoffen veröffentlicht worden waren. Sie stellten fest, dass rund 18 Prozent aller mit einer zielgerichteten Therapie behandelten Krebspatienten als Nebenwirkung trockene Haut entwickelten. Schwere Fälle betrafen einen von 100 Patienten. 

Vermutlich, so weitere Ergebnisse der Arbeit, hänge das Risiko, Xerosis bzw. schwere Xerosis zu entwickeln, nicht nur von der Art des zielgerichteten Wirkstoffs ab – auch das Alter des Patienten, Begleiterkrankungen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die eingenommen werden müssen, andere Hauterkrankungen und die Art der Krebserkrankung könnten eine Rolle spielen. In jedem Fall müsse bei einer zielgerichteten Krebstherapie mit dem Auftreten trockener Haut gerechnet werden. Eine konsequente rückfettende Hautpflege kann die Beschwerden oft mildern und die Lebensqualität der Patienten verbessern, ohne dass ein Verzicht auf die zielgerichtete Therapie notwendig würde. 

 

Quelle:

Valentine, J. et al.: Incidence and risk of xerosis with targeted anticancer therapies. Journal of the American Academy of Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 27. Januar 2015, DOI.org/10.1016/j.jaad.2014.12.010

(kvk)

 

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Aktualisiert am: 29.05.2017 16:54