Topische Therapie bei Vitiligo: Kein erhöhtes Risiko für Lymphom oder Hautkrebs

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In einer Studie konnte kein Zusammenhang zwischen der topischen Therapie bei Vitiligo und einem erhöhten Risiko für Lymphome oder hellen oder schwarzen Hautkrebs festgestellt werden.

Bei Vitiligo, der sogenannten Weißfleckenkrankheit, werden zur Behandlung Calcineurinhemmer in Salbenform (topische Anwendung) allein oder in Kombination mit Phototherapie angewendet. Befürchtungen, dies könnte das Risiko für Lymphome oder Hautkrebs steigern, bestätigten sich in einer Untersuchung, deren Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology veröffentlicht wurden, nicht.

In der Kohortenstudie wurden rückblickend die Daten von 25.694 Patienten mit Vitiligo ausgewertet, die zwischen 2001 und 2019 sechs Wochen oder länger topische Calcineurinhemmer oder Phototherapie erhalten hatten. In dem Beobachtungszeitraum traten 13 Lymphomerkrankungen, 22 Fälle von aktinischer Keratose, 15 Fälle von nicht-melanozytärem (hellem) Hautkrebs und 5 Fälle von malignem Melanom auf. Diese Zahlen zeigten, so die Studienautoren, dass das Risiko für ein Lymphom oder Hautkrebs nach der Anwendung eines topischen Calcineurinhemmers und/oder Phototherapie nicht erhöht gewesen sei.

Begrenzt sei die Studie hinsichtlich möglicher Langzeitauswirkungen, da der untersuchte Zeitraum bei den einzelnen Personen jeweils weniger als vier Jahre betrug. Dennoch könne festgehalten werden, dass das Risiko für hellen oder schwarzen Hautkrebs oder Lymphom bei Personen, die wegen Vitiligo einen topischen Calcineurinhemmer und/oder Phototherapie anwendeten, in der Folgezeit nicht erhöht war.

 

Quelle:

Ju HJ et al. The long-term risk of lymphoma and skin cancer did not increase after topical calcineurin inhibitor use and phototherapy in a cohort of 25,694 patients with vitiligo. Journal of the American Academy of Dermatology 2021, 84(6):1619-27

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.06.2021 15:45