Todesfälle an Krebs in Europa: Was ist für 2017 zu erwarten?

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Forscher rechnen mit einem Rückgang der Sterberaten bei den meisten Krebsarten. Lediglich bei Bauchspeicheldrüsenkrebs und Lungenkrebs ist der Trend anders.

Bevor die offiziellen Zahlen von Krebserkrankungen und krebsbedingten Todesfällen für ein bestimmtes Jahr bekannt werden, dauert es in der Regel einige Zeit. Mit speziellen Rechenprogrammen können Wissenschaftler jedoch bereits vorab die Trends in der Entwicklung von Erkrankungen und deren Sterberaten ermitteln. Eine Forschergruppe veröffentlichte gerade in der Fachzeitschrift Annals of Oncology die für das Jahr 2017 zu erwartenden Zahlen in der Europäischen Union (EU).

Für ihre Analyse stützten sich die Forscher auf die Erkrankungs- und Sterberaten aus den Jahren 1970 bis 2012 für bestimmte Länder und die EU in ihrer Gesamtheit. Daraus errechneten sie eine Zunahme der absoluten Todesfälle an Krebs in der EU im Jahr 2017 gegenüber dem Jahr 2012 um drei Prozent. Die Sterberate hingegen wird demnach bei beiden Geschlechtern abnehmen – bei Männern um rund acht Prozent, bei Frauen um rund dreieinhalb Prozent. 

Bei allen Krebsarten geht die Sterberate im Vergleich zurück, mit Ausnahme von Bauchspeicheldrüsenkrebs bei beiden Geschlechtern und Lungenkrebs bei Frauen. Während die Sterberate an Bauchspeicheldrüsenkrebs bei Männern stabil bleiben wird, steigt sie bei Frauen um 3,5 Prozent an. Die Sterberate an Lungenkrebs steigt bei Frauen im Jahr 2017 gegenüber dem Jahr 2012 um fünf Prozent an. Sie ist mit 14,6 Todesfällen pro 100.000 höher als diejenige bei Brustkrebs mit 14,0 pro 100.000. Lediglich bei jüngeren Frauen im Alter von 25 bis 44 Jahren sind günstigere Trends hinsichtlich der Lungenkrebssterberate zu beobachten.

Bei Männern geht die Sterberate an Lungenkrebs gegenüber 2012 um fast elf Prozent zurück. Ein Rückgang der Lungenkrebstodesfälle ist hier in allen Altersgruppen zu beobachten. Die unterschiedliche Entwicklung der Todesfälle an Lungenkrebs bei Männern und Frauen führen die Forscher auf die Unterschiede im Raucherverhalten zurück: Frauen zogen erheblich später in puncto Rauchen mit den Männern nach, weshalb sich die gesundheitlichen Auswirkungen auch erst deutlich später bei ihnen bemerkbar machen. In der jungen Generation der 25-bis 44-Jährigen sind die Sterberaten an Lungenkrebs bei Männern mit 1,2 pro 100.000 und Frauen mit 1,4 pro 100.000 vergleichbar.

 

Quelle:

Malvezzi, M. et al.: European cancer mortality predictions for the year 2017, with focus on lung cancer. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 21. Februar 2017, doi:10.1093/annonc/mdx033

 

(kvk)

 

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Weitere Nachrichten zum Thema Krebsprognose:

Zurück

Aktualisiert am: 27.07.2017 15:11