Thromboembolien bei Krebs vorbeugen

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Die amerikanische Gesellschaft für klinische Onkologie aktualisierte die Leitlinien zur Vorbeugung und Therapie von Blutgerinnseln bei Krebspatienten.

Eine nicht seltene Komplikation bei einer Krebserkrankung ist eine Thromboembolie – ein Blutgerinnsel setzt sich in den Venen fest und kann zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. In der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology veröffentlichte ein Expertenteam die neuesten Empfehlungen der American Society of Clinical Oncology für die Vorbeugung und Behandlung venöser Thromboembolien bei Krebspatienten.

Die Wissenschaftler arbeiteten in ihre aktuellen Leitlinien die Forschungsergebnisse von Studien aus den Jahren 2012 bis 2014 ein. Den Empfehlungen zufolge benötigten die meisten stationär aufgenommenen Krebspatienten eine Prophylaxe. Eine Routineprophylaxe bei Patienten außerhalb der Klinik hingegen sei eher nicht notwendig. Sie solle ausgewählten Patienten mit hohem Risiko für ein thromboembolisches Ereignis vorbehalten bleiben. Grund dafür ist der Umstand, dass sich Patienten außerhalb der Klinik meist ausreichend bewegen, sodass kein Blutgerinnsel entstehen kann.

Grundsätzlich sollten Patienten mit multiplem Myelom vorbeugend behandelt werden, die eine antiangiogenetische Therapie mit Chemotherapie und/oder Dexamethason erhalten. Die Prophylaxe solle hier mit niedrig-molekularem Heparin oder niedrig dosiertem Aspirin erfolgen. Auch Patienten, die sich einer großen Krebsoperation unterziehen, sollten noch vor dem Eingriff mit einer Thromboseprophylaxe beginnen und diese mindestens sieben bis zehn Tage fortführen. Noch länger (bis zu vier Wochen) solle die Prophylaxe bei Patienten mit einer großen Bauch- oder Beckenoperation bei Risikofaktoren dauern.

Zu Beginn der Therapie einer tiefen Venenthrombose und bei Lungenembolie wird zunächst für fünf bis zehn Tage niedrig-molekulares Heparin empfohlen. Dieses eigne sich zudem auch für eine Langzeitprophylaxe von mindestens sechs Monaten. Neuere Antikoagulanzien, die als Tabletten verabreicht werden können, sind für Krebspatienten mit Venenthrombose derzeit nicht empfohlen, weil nur unzureichende Daten hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit vorliegen.

Generell, so die Experten, sei es ratsam, Krebspatienten regelmäßig auf das Risiko für eine Venenthrombose hinzuweisen. Die Patienten sollten hinsichtlich möglicher Anzeichen und Symptome geschult sein.

 

Quelle:

Lyman, G. H. et al.: Venous Thromboembolism Prophylaxis and Treatment in Patients With Cancer: American Society of Clinical Oncology Clinical Practice Guideline Update 2014. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 20. Januar 2015, doi: 10.1200/JCO.2014.59.7351

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.06.2017 22:03