Therapiereihenfolge bei neuroendokrinen Tumoren des Darms oder der Bauchspeicheldrüse

Nachricht vom 22.03.2022

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Wann empfiehlt sich ein Einsatz der Peptid-Rezeptor-Radionuklidtherapie, wenn der Tumor nach Somatostatin-Analoga-Therapie weiter voranschreitet?

Bei Patienten mit einem neuroendokrinen Tumor (NET) im Magen-Darmbereich mit niedrigem oder mittlerem Risiko für einen ungünstigen Krankheitsverlauf hat sich die Therapie mit sogenannten Somatostatin-Analoga („Somatostatin-Ähnlichen“), mit Chemotherapie, mit Tyrosinkinasehemmern, aber auch mit Peptid-Rezeptor-Radionuklidtherapie bewährt. Wann bei fortgeschrittenen gut-differenzierten Tumoren der optimale Zeitpunkt für den Einsatz der Peptid-Rezeptor-Radionuklidtherapie ist, konnte bislang noch nicht geklärt werden. Nun zeigte sich in einer Kohortenstudie, dass diese Behandlung womöglich gleich zu Beginn, wenn der Tumor nach Somatostatin-Analoga-Therapie weiter voranschreitet, erfolgreich eingesetzt werden kann. Dies lässt sich dem Bericht zur Studie in der Fachzeitschrift JAMA Network Open entnehmen.

In der Studie wurden rückblickend Daten aus 25 italienischen Krebszentren von 508 Patienten ab 18 Jahren ausgewertet. Sie waren an nicht-operablem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem, gut-differenziertem NET des Darms oder der Bauchspeicheldrüse erkrankt und erhielten, nachdem ihr Tumor nach einer Therapie mit Somatostatin-Analoga weiter vorangeschritten war, entweder eine Peptid-Rezeptor-Radionuklidtherapie oder Chemotherapie oder zielgerichtete Therapie.

Die Analyse ergab bei den Patienten, die mit Peptid-Rezeptor-Radionuklidtherapie behandelt worden waren, ein längeres Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, als bei den mit Chemotherapie oder zielgerichteter Therapie behandelten Patienten. Dies galt sowohl dann, wenn nur Patienten zwischen den Gruppen miteinander verglichen wurden, die in bestimmten Merkmalen übereinstimmten, als auch beim Gesamtvergleich der Gruppen. Im Gesamtüberleben zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.

Unabhängig vom Tumorgrad und anderen Tumoreigenschaften war der Einsatz der Peptid-Rezeptor-Radionuklidtherapie als erster Therapie nach der Behandlung mit Somatostatin-Analoga mit einem verbesserten Überleben ohne weiteres Voranschreiten des Tumors verbunden. Dies müsse in weiteren Studien überprüft werden, so die Studienautoren, um die optimale Reihenfolge der verschiedenen Therapieoptionen zu ermitteln.

 

Quelle:

Pusceddu S et al. Association of Upfront Peptide Receptor Radionuclide Therapy With Progression-Free Survival Among Patients With Enteropancreatic Neuroendocrine Tumors. JAMA Network Open 2022;5(2):e220290. doi:10.1001/jamanetworkopen.2022.0290

 

(KvK)

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