Therapie mit Multityrosinkinasehemmer bei Desmoidtumor

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Wenn die Tumoren voranschreiten und Symptome verursachen, kann eine Therapie mit einem Multityrosinkinasehemmer die Krankheit stoppen

Patienten mit Desmoidtumoren, einer Form von Weichteiltumor, können von einer Therapie mit einem Multityrosinkinasehemmer profitieren. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine hervor.

Desmoidtumoren, auch als aggressive Fibromatose bezeichnet, wachsen oft lokal aggressiv in das umliegende Gewebe ein und können dadurch Blutgefäße, Nerven und andere Organe zerstören. Typischerweisen treten sie bei jungen Erwachsenen in den 20er oder 30er Jahren auf, aber auch Kinder, Jugendliche und ältere Erwachsene können davon betroffen sein. In der aktuellen Studie wurden Patienten mit einem voranschreitenden Desmoidtumor, der Symptome verursachte oder nach vorangegangener Therapie wieder zurückgekehrt war, mit einem Multityrosinkinasehemmer oder einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt. 

Wie sich zeigte, schlug die Behandlung mit dem Multityrosinkinasehemmer besser an als die Therapie mit Placebo, ein Drittel der Patienten sprach an, in der Placebogruppe war es jeder Fünfte. Wenn der Tumor bei denjenigen, die Placebo erhielten, weiter voranschritt, konnten sie in die andere Behandlungsgruppe wechseln, sodass letztlich weitere Patienten auf die Therapie mit dem Multityrosinkinasehemmer profitierten.

Auch nach einer Beobachtungszeit von zwei Jahren und mehr hielt das Ansprechen noch an. So war die Krankheit nach zwei Jahren bei 81 Prozent der mit dem Multityrosinkinasehemmer Behandelten nicht weiter vorangeschritten, bei den mit Placebo Behandelten gelang dies bei 36 Prozent.

Nach Ansicht der Studienautoren könne bei Patienten mit fortschreitendem, Symptome verursachendem oder wiedergekehrtem Desmoidtumor mit einer Therapie mit dem Multityrosinkinasehemmer ein stabiles Ansprechen erreicht werden, wodurch sich die Krankheit anhaltend stoppen ließe.

 

Quelle:

Gounder MM et al. Sorafenib for Advanced and Refractory Desmoid Tumors. New England Journal of Medicine 2018, 20,379(25):2417-28

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 23.08.2019 15:31