Therapie bei Morbus Hodgkin im Kindes- und Jugendalter

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Anti-CD30-Antikörper-Konjugat wirkt in Kombination mit Chemotherapie effizient und ist gut verträglich.

Kinder und Jugendliche mit einem Hodgkin-Lymphom mit hohem Risiko profitieren offenbar davon, wenn sie mit einem Anti-CD30-Antikörper-Konjugat behandelt werden. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

An der Studie nahmen 77 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren teil, die an Morbus Hodgkin im Stadium IIB, IIIB oder IV litten. Sie erhielten zusätzlich zur bewährten Kombinationschemotherapie ein Anti-CD30-Antikörper-Konjugat. Wenn diese Behandlung nicht ausreichte, um alle Tumorreste zu beseitigen, wurde anschließend noch eine Strahlentherapie der Lymphknoten durchgeführt. 

Bei gut einem Drittel der Patienten war die zusätzliche Strahlentherapie nicht nötig, weil bereits nach der Chemotherapie plus Anti-CD30-Antikörper-Konjugat ein komplettes Ansprechen erreicht worden war. Die übrigen erhielten je nach Befund eine individualisierte Strahlentherapie. Drei Jahre nach der Diagnose waren knapp 99 Prozent der Patienten noch am Leben, gut 97 Prozent hatten kein weiteres Krankheitsereignis mehr erlebt. Nur bei einem Patienten schritt die Krankheit auch nach der Strahlentherapie weiter voran, nach einer weiteren Therapie ist er nun krankheitsfrei. Ein Patient verstarb unerwartet. Nur bei vier Patienten kam es infolge der Therapie zu einer schwereren Schädigung der Nerven.

Dies zeige, so die Studienautoren, dass das Anti-CD30-Antikörper-Konjugat gut vertragen werde und bei den Kindern und Jugendlichen mit Hoch-Risiko-Morbus Hodgkin eine gute Wirksamkeit entfalten könne.

 

Quelle:

Metzger ML et al. Excellent Outcome for Pediatric Patients With High-Risk Hodgkin Lymphoma Treated With Brentuximab Vedotin and Risk-Adapted Residual Node Radiation. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 7. April 2021, https://doi.org/10.1200/JCO.20.03286

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 09.05.2021 10:51