Therapie bei ALK-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs

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Die Patienten profitieren von einem neuen ALK-Hemmer.

Die Nachrichten zu neuen effizienten molekularen Therapien bei Lungenkrebs reißen derzeit nicht ab (s. Meldungen vom 08.10.18, 09.10.18, 12.10.18). Wissenschaftler berichteten in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine über einen neuen Wirkstoff bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, der eine besondere Veränderung aufweist, eine sogenannte ALK-Translokation (ALK = anaplastische Lymphomkinase). Wenn Patienten mit einem solchen Tumor im fortgeschrittenen Stadium mit dem ALK-Hemmer Brigatinib behandelt werden, ist dies offenbar wirksamer als eine Therapie mit dem ALK-Hemmer Crizotinib.

Neben Mutationen, also Veränderungen im Bauplan der Gene, kann es bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs auch zu sogenannten Rearrangements, also Umlagerungen von Genen bzw. Genabschnitten kommen. Dabei lagern sich verschiedene Gensegmente neu aneinander an, wie es bei der ALK-Translokation der Fall ist. Das ALK-Gen liefert den Bauplan für das Enzym anaplastische Lymphomkinase (ALK). Kommt es in Zellen zu einer ALK-Translokation, wird das Gen dauerhaft aktiviert, wodurch die Zellen zu wuchern beginnen. In diesem Fall kann der therapeutische Einsatz eines ALK-Hemmers von Vorteil sein.

An der aktuellen Studie nahmen 275 Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs teil, bei denen eine ALK-Translokation (ALK-positiver Befund) nachgewiesen worden war. Sie wurden mit einem ALK-Hemmer behandelt, entweder mit Brigatinib oder mit Crizotinib. Bei der ersten Datenauswertung zeigten sich in der Brigatinibgruppe ein signifikant besseres Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, und ein besseres objektives Ansprechen auf die Therapie. Besonders bemerkenswert waren die Unterschiede bei Patienten, die schon Hirnmetastasen, also Tochtergeschwülste im Gehirn, aufwiesen. Hier konnte das Voranschreiten der Metastasen bei den mit Brigatinib behandelten Patienten deutlich besser aufgehalten werden als bei den mit Crizotinib Behandelten. 

Die Behandlung mit Brigatinib bringt gegenüber der Therapie mit Crizotinib offenbar Überlebensvorteile. Im Gesamtüberleben spiegelten sich die Effekte bislang noch nicht wider. Hierzu sind die Ergebnisse über längere Beobachtungszeiträume abzuwarten.

 

Quelle:

Camidge D R et al. Brigatinib versus Crizotinib in ALK-Positive Non–Small-Cell Lung Cancer. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 25. September 2018, DOI: 10.1056/NEJMoa1810171

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 20.11.2018 15:38