Test auf Brustkrebsgene

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Immer mehr junge Brustkrebspatientinnen wollen offenbar wissen, ob ihre Erkrankung erblich bedingt ist oder nicht. Das Testergebnis hat oft auch Einfluss auf die Therapieentscheidung.

Jungen Frauen, die an Brustkrebs erkranken, wird oftmals empfohlen, einen Gentest durchführen zu lassen, um herauszufinden, wie groß der Anteil der Gene an ihrer Erkrankung ist und ob weitere Risiken vorliegen. Offenbar machen in den USA immer mehr junge Patientinnen von diesem Angebot Gebrauch. Das berichteten Wissenschaftler kürzlich in der Fachzeitschrift JAMA Oncology.

Die Forscher werteten die Daten von 897 Frauen aus, die bei der Brustkrebsdiagnose höchstens 40 Jahre alt waren. 87 Prozent von ihnen ließen innerhalb eines Jahres nach der Diagnose einen Test auf die Brustkrebsgene BRCA 1 und 2 durchführen. Dabei war eine Zunahme der Testhäufigkeit von 2006 bis 2013 feststellen. Ließen sich im Jahr 2006 noch 77 Prozent und im Jahr 2007 noch 70 Prozent der jungen Patientinnen auf BRCA-Veränderungen testen, waren es im Jahr 2012 97 Prozent und im Jahr 2013 95 Prozent. 

Von den Frauen, die keinen Test hatten durchführen lassen, berichtete ein Drittel, dass der Arzt mit ihnen nicht über die Möglichkeit gesprochen hatte, dass eine genetische Veranlagung zu Brustkrebs vorliegen könnte. 37 Prozent wollten sich in Zukunft noch testen lassen. 

Unter allen danach Befragten berichteten 30 Prozent, dass das Testergebnis einen Einfluss auf die Operation gehabt habe. So wählten mehr als acht von zehn Frauen mit positivem Testergebnis und nur die Hälfte der Frauen mit negativem Testergebnis eine beidseitige Entfernung der Brust.

Nach Ansicht der Studienautoren solle entsprechend der National Comprehensive Cancer Network-Empfehlungen mit allen jungen Frauen über die Möglichkeit, sich auf Veränderungen in den Brustkrebsgenen BRCA testen zu lassen, gesprochen werden.

 

Quelle:

Rosenberg, S. M. et al.: BRCA1 and BRCA2 Mutation Testing in Young Women With Breast Cancer. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 7. Februar 2016, doi:10.1001/jamaoncol.2015.5941

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 29.06.2017 16:55