Tablettenpflicht bei chronischer myeloischer Leukämie

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Eine gezielte Beratung durch Krankenschwestern und zusätzliches Informationsmaterial hält die Patienten, die Tyrosinkinasehemmer einnehmen müssen, bei der Stange.

Chronische myeloische Leukämie kann heutzutage erfolgreich mit Tyrosinkinasehemmern behandelt werden, die die Krankheit zwar nicht heilen, aber so gut eindämmen, dass viele Patienten lange Jahre beschwerdefrei leben. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Tabletten regelmäßig eingenommen werden. Wie sich dies über die teilweise langen Behandlungsdauern realisieren lässt, untersuchten Wissenschaftler in einer Studie und berichteten kürzlich davon in der Fachzeitschrift Journal of Advanced Nursing.

Beratung und Informationsmaterial

An der Studie hatten 86 Patienten teilgenommen, die bereits seit mindestens sechs Monaten mit einem Tyrosinkinasehemmer behandelt worden waren. Ein Teil von ihnen erhielt zu dieser Therapie eine Beratung durch eine geschulte Krankenschwester, zudem gedruckte Informationsbroschüren, ein Video, Hinweise auf eine Webseite und digitale Textnachrichten (Interventionsgruppe). Die anderen Patienten wurden einer Kontrollgruppe zugeordnet, die diese Intervention nicht erhielten.

Beratung verbessert Therapietreue

Die spezielle Beratung zeigte Früchte: Nach neun Monaten war die „Therapietreue“ bei 51 Prozent der Patienten in der Interventionsgruppe noch immer hoch; in der Kontrollgruppe galt dies nur noch für 21 Prozent der Patienten. Bei 49 Prozent der Patienten in der Interventionsgruppe hatte sich die Therapietreue mit der Zeit sogar verbessert, in der Kontrollgruppe war dies bei 18 Prozent der Fall. Am zufriedensten zeigten sich die Patienten mit der Beratung durch die Krankenschwester (86 Prozent der Patienten), gefolgt von gedruckten Informationsbroschüren (83 Prozent). Am wenigsten schätzten die Patienten der Interventionsgruppe die Textnachrichten (neun Prozent).

Persönliche Beratung steht besonders hoch im Kurs

Eine bedarfsgerechte Schulung der Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie, die mit einem Tyrosinkinasehemmer behandelt werden, kann ihre Bereitschaft, die Medikamente regelmäßig und „richtig“ einzunehmen, verbessern – dies zeige die Studie nach Ansicht der Autoren eindeutig. Ohne die Beratungsmaßnahmen gehe die Therapietreue nach und nach zurück und damit vermutlich auch die Wirksamkeit der Behandlung. Die unmittelbare Kommunikation mit den Krankenschwestern habe dabei einen hohen Stellenwert für die Patienten und dürfe nicht außer Acht gelassen werden: Das Verschicken von Textnachrichten über das Handy beispielsweise empfinden die Patienten keinesfalls als einen gleichwertigen Ersatz für das persönliches Gespräch.

 

Quelle:

Kekäle, M. et al.: Impact of tailored patient education on adherence of patients with chronic myeloid leukaemia to tyrosine kinase inhibitors: a randomized multicentre intervention study. Journal of Advanced Nursing, Onlinevorabveröffentlichung am 26. April 2016, doi: 10.1111/jan.12978

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.10.2017 16:46