Strahlentherapie vor der Operation bei Liposarkom

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Bei bestimmten strahlenempfindlichen Weichteilsarkomen kann offenbar auch mit einer geringeren Strahlendosis als üblich eine gute lokale Kontrolle erreicht werden.

Bei Weichteilsarkomen kann vor der Operation eine Strahlentherapie durchgeführt werden, um die Erfolgsaussichten des chirurgischen Eingriffs zu verbessern. Nun stellten Wissenschaftler fest, dass bei Patienten mit sogenanntem myxoidem Liposarkom, einem bösartigen Weichteiltumor, der das Fettgewebe betrifft, die Strahlendosis geringer sein kann als bislang angenommen, ohne dass Einbußen in der Wirksamkeit zu befürchten wären. Sie berichteten darüber in der Fachzeitschrift JAMA Oncology.

An der Studie nahmen 79 erwachsene Patienten im Alter von 39 bis 56 Jahren mit myxoidem Liposarkom am Körperstamm oder den Gliedmaßen teil, davon gut die Hälfte Männer. 77 von ihnen unterzogen sich einer Operation. Vor dem Eingriff wurde für eine bessere lokale Kontrolle eine Strahlentherapie durchgeführt, wobei anstelle der sonst üblichen 50 Gy nur 36 Gy an Strahlendosis verwendet wurden. Die Strahlentherapie wurde einmal täglich verabreicht, die Einzeldosen betrugen jeweils 2 Gy. Nach vier oder mehr Wochen folgte dann die Operation.

91 Prozent der Patienten sprachen sehr gut auf die Behandlung an, eine lokale Kontrolle konnte sogar bei allen Patienten erreicht werden. Infolge der reduzierten Strahlendosis war die Wundheilung weniger beeinträchtigt als normalerweise. Dies, so die Studienautoren, sei ein großer Vorteil der reduzierten Strahlentherapie. Bei Patienten mit einem strahlenempfindlichen myxoiden Liposarkom könne offenbar gut eine verringerte Strahlendosis angewendet werden, ohne Therapieeinbußen befürchten zu müssen. 

 

Quelle:

Lansu J et al. Dose Reduction of Preoperative Radiotherapy in Myxoid Liposarcoma. A Nonrandomized Controlled Trial. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 12. November 2020, doi:10.1001/jamaoncol.2020.5865

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 27.11.2020 19:40