Strahlentherapie nach brusterhaltender Operation

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Sie senkt bei Brustkrebs im Frühstadium die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall. Auch Frauen mit eigentlich niedrigem Rückfallrisiko profitieren davon.

Eine unterstützende (adjuvante) Strahlentherapie, die bei frühem Brustkrebs im Anschluss an die brusterhaltende Operation durchgeführt wird, hilft, das Rückfallrisiko zu senken. Dies gilt offenbar für alle Patientinnen, unabhängig davon, wie alt sie sind und welche Art von Tumor sie haben. Jedenfalls konnten Wissenschaftler in einer Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer veröffentlicht wurde, keine Patientinnengruppe identifizieren, bei der der Verzicht auf die Strahlentherapie nicht mit Nachteilen einhergegangen wäre.

Wird Brustkrebs im Frühstadium entdeckt, sodass er sich noch nicht in Lymphknoten ausgebreitet hat, kann die Brust heutzutage bei der Operation erhalten werden. Anschließend werden die meisten Frauen bestrahlt, um das Rückfallrisiko zu senken. Bislang stand die Frage im Raum, ob vielleicht bei manchen Patientinnen auf die mit Nebenwirkungen behaftete zusätzliche Behandlung verzichtet werden könnte, weil sie nur ungenügend davon profitieren.

In einer schwedischen Studie wurden nun in einer großen Gruppe von Patientinnen mit frühem Brustkrebs Untergruppen gebildet, um dieser Frage nachzugehen. Die Hälfte der Patientinnen war 60 Jahre und älter. Zwei Drittel ihrer Tumoren waren beim Mammographiescreening, das es auch in Schweden gibt, entdeckt worden. Ein Teil der Frauen hatte nach der brusterhaltenden Operation eine adjuvante Strahlentherapie erhalten, der andere nicht.

Bei den Frauen, die zusätzlich zur Operation bestrahlt worden waren, kam es in den 15 Jahren Beobachtungszeit seltener zu einem Rückfall in der ursprünglich erkrankten Brust: Während etwa ein Viertel der nicht-Bestrahlten einen erneuten Tumor in der erkrankten Brust entwickelte, war es bei den Bestrahlten nur etwa jede zehnte. Dieser Unterschied zwischen den beiden Gruppen war signifikant und kam vor allem durch Rückfälle in den ersten fünf Jahren nach der Therapie zustande. 

Doch nicht nur in der Gesamtheit profitierten Brustkrebspatientinnen von der zusätzlichen Strahlentherapie. Selbst in einer Untergruppe von Patientinnen mit einem nur geringen Rückfallrisiko (ältere Patientinnen jenseits des 64. Lebensjahres mit einem noch kleinen hormonempfindlichen Tumor) zeigte sich ein Vorteil hinsichtlich des Rückfallrisikos in derselben Brust, der sogar noch größer als in der Gesamtgruppe war. So gab es in dieser Patientinnengruppe in den ersten fünf Jahren keinen einzigen Rückfall in der ursprünglich erkrankten Brust.

Kein Vorteil zeigte sich allerdings in puncto Sterblichkeit. Dennoch schließen die Studienautoren aus ihren Ergebnissen, dass nach derzeitigem Wissen bei keiner Patientinnengruppe mit Brustkrebs im Frühstadium auf die Strahlentherapie nach der brusterhaltenden Operation verzichtet werden könne, ohne Nachteile im rückfallfreien Überleben befürchten zu müssen.

 

Quelle:

Killander F et al. No breast cancer subgroup can be spared postoperative radiotherapy after breast-conserving surgery. Fifteen-year results from the Swedish Breast Cancer Group randomised trial, SweBCG 91 RT. Eur J Cancer. 2016;67:57-65

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.09.2017 22:05