Strahlentherapie mit begleitender Chemotherapie bei Kopf-Halstumoren

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Offenbar kann in bestimmten Tumorstadien eine Chemostrahlentherapie gegenüber der alleinigen Strahlentherapie Überlebensvorteile bringen.

In manchen Stadien (T1-2N1), wenn bereits Lymphknoten betroffen sind, ist bei bösartigen Kopf-Halstumoren eine alleinige Strahlentherapie eine übliche Behandlungsoption. Nun untersuchten Wissenschaftler anhand der Daten eines großen Registers, ob eine begleitende Chemotherapie Überlebensvorteile bringt. Sie berichteten über ihre Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift Cancer.

Ausgewertet wurden die Daten von 5.030 Patienten mit Plattenepithelkarzinom des Mundrachens, unteren Rachens oder Kehlkopfs. Bei allen hatte sich der Tumor bereits in Lymphknoten ausgebreitet, aber noch keine anderen Organe befallen (Stadium T1-2N1M0). Die Patienten unterzogen sich einer Strahlentherapie, gut zwei Drittel von ihnen (68%) zusätzlich auch einer begleitenden Chemotherapie. 

Im Laufe der Beobachtungszeit wurden immer mehr Patienten mit Chemostrahlentherapie behandelt – der Anteil stieg von 53 Prozent im Jahr 2004 auf 78 Prozent im Jahr 2012. Die Chemostrahlentherapie war im Vergleich mit der alleinigen Strahlentherapie mit einem signifikant besseren Gesamtüberleben verbunden. So waren in der Gruppe der allein Bestrahlten nach fünf Jahren noch rund 56 Prozent der Patienten am Leben, in der Gruppe der mit Chemostrahlentherapie Behandelten noch rund 64 Prozent. Die Vorteile zeigten sich unabhängig davon, in welcher Region (Mundrachen, Kehlkopf oder unterer Rachen) der Tumor entstanden war.

In der Untersuchung zeige sich ein verbessertes Überleben bei Patienten, die bei einem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Halsbereich im Stadium T1-2N1 mit Strahlentherapie und begleitender Chemotherapie behandelt werden, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Nun müsse diese Option in vorausblickenden, sogenannten prospektiven Studien überprüft werden.

 

Quelle:

Zumsteg, Z. S. et al.: Impact of concomitant chemoradiation on survival for patients with T1-2N1 head and neck cancer. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 21. Dezember 2016, DOI: 10.1002/cncr.30508

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 28.07.2017 16:25