Strahlentherapie bei Wirbelmetastasen intensivieren

Nachricht vom 25.04.2024

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Mit einer stereotaktischen Strahlentherapie können höhere Strahlendosen die Metastasen in der Wirbelsäule effektiver bekämpfen.

Wenn bösartige Tumoren in die Knochen streuen, ist nicht selten auch die Wirbelsäule betroffen, was zu Schmerzen und gefährlichen Wirbelbrüchen führen kann. Die Strahlentherapie gegen die Wirbelmetastasen ist eine Standardtherapie in dieser Situation, jedoch hilft sie nicht allen Patienten in ausreichendem Maße. In einer Phase 3-Studie wurde untersucht, ob sich mithilfe der dosisintensivierten stereotaktischen Strahlentherapie eine bessere Wirkung erzielen lässt. Die Ergebnisse der Studie erschienen in der Fachzeitschrift Cancer.

Für die Studie wurden Personen ab 18 Jahren gewonnen, die an einer oder zwei Wirbelmetastasen erkrankt waren. Sie erhielten entweder die Standardbestrahlung oder eine dosisintensivierte stereotaktische Strahlentherapie. Bei dieser Form der Bestrahlung können die Strahlen punktgenau auf den Tumor, in diesem Falle die Metastase, gelenkt werden. Dies ermöglicht es einerseits, das Krebsgewebe mit hoher Intensität zu bestrahlen, und andererseits, das umgebende gesunde Gewebe zu schonen.

In der Analyse wurde ermittelt, bei wie vielen Metastasen die jeweilige Strahlentherapie zu einer Reduktion der Schmerzintensität um einen bestimmten Wert führte. Dies war nach sechs Monaten in der Gruppe mit dosisintensivierter stereotaktischer Strahlentherapie signifikant häufiger gelungen als in der Standardstrahlentherapiegruppe. Zudem war der Anteil an Patienten, bei denen sich die Schmerzen in den sechs Monaten verstärkt hatten, in der Gruppe mit dosisintensivierter stereotaktischer Strahlentherapie geringer als in der Gruppe mit herkömmlicher Strahlentherapie. Hinsichtlich der Einnahme opioidhaltiger Schmerzmittel oder der Rate an auftretenden Wirbelbrüchen stellten sich keine Unterschiede zwischen den Gruppen ein.

Mit der dosisintensivierten stereotaktischen Strahlentherapie könnten schmerzhafte Wirbelmetastasen etwas wirkungsvoller behandelt werden als mit der herkömmlichen Strahlentherapie, so die Schlussfolgerung in der Studie. Nach einem und drei Monaten waren die Unterschiede in der Schmerzreduktion zwischen den Behandlungsgruppen noch nicht sichtbar gewesen. Es handelte sich also offenbar um einen längerfristigen Vorteil, der sich mit der dosisintensivierten stereotaktischen Strahlentherapie erzielen lässt.

 

Quelle:

Guckenberger M et al. Dose‐intensified stereotactic body radiotherapy for painful vertebral metastases: A randomized phase 3 trial. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 6. April 2024, DOI: 10.1002/cncr.35310

 

(KvK)

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