Strahlentherapie bei Medulloblastom

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Das Strahlenfeld einzuschränken gefährdet den Therapieerfolg nicht, spart aber Nebenwirkungen.

Bei Kindern mit Medulloblastom mit normalem Risiko kann die Strahlentherapie eingeschränkt werden, ohne dass Einbußen beim Therapieerfolg zu befürchten wären. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology. Durch die Reduktion der Strahlendosis lässt sich das Risiko für Nebenwirkungen senken.

An der Studie nahmen 549 Patienten im Alter von 3 bis 21 Jahren teil, die an einem Medulloblastom mit durchschnittlichem Risiko erkrankt waren. Bei den jüngeren Kindern wurde eine Strahlentherapie mit normaler Standarddosis oder erniedrigter Dosis durchgeführt, bei den anderen wurde teilweise das Strahlenfeld begrenzt.

Die Begrenzung des Strahlenfeldes gefährdete das Überleben nicht. Allerdings war die Reduzierung der Strahlendosis mit einem niedrigeren Fünf-Jahres-eventfreien Überleben verbunden. Dafür traten bei den Kindern, die eine geringere Strahlendosis erhalten hatten, weniger neurokognitive Störungen infolge der Strahlentherapie auf.

Möglicherweise, so die Studienautoren, müsse die Auswahl der Strahlentherapie individuell nach bestimmten molekularen Parametern getroffen werden, um möglichst vielen Patienten unnötige Nebenwirkungen der Strahlentherapie zu ersparen.

 

Quelle:

Michalski JM et al. Children's Oncology Group Phase III Trial of Reduced-Dose and Reduced-Volume Radiotherapy With Chemotherapy for Newly Diagnosed Average-Risk Medulloblastoma. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 10. Juni 2021; DOI: 10.1200/JCO.20.02730

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 27.10.2021 15:46