Strahlentherapie bei lokoregional fortgeschrittenem Nasenrachenkrebs: Ausreichend?

Nachricht vom 15.02.2024

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Die Ergebnisse nach Einleitungschemotherapie und alleiniger Strahlentherapie in einer Studie sprechen dafür.

Wenn Nasenrachenkrebs (Nasopharynxkarzinom) zwar lokoregional fortgeschritten ist, aber noch keine Tochtergeschwülste, sogenannten Metastasen, in anderen Organen gebildet hat, kann es womöglich ausreichen, wenn nach der Einleitungschemotherapie eine Strahlentherapie anstelle einer Chemostrahlentherapie durchgeführt wird. Darauf deuten die Ergebnisse einer in der Fachzeitschrift JAMA Oncology publizierten Studie aus China, in der die beiden Therapieschemata zu gleichwertigen Ergebnissen führten.

Derzeit wird die gleichzeitige Chemostrahlentherapie nach der Einleitungschemotherapie bei lokoregional fortgeschrittenem Nasenrachenkrebs empfohlen, um die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr des Tumors zu minimieren. Doch ist diese Therapie mit teils starken akuten Nebenwirkungen verbunden, weshalb eine Deeskalation der Behandlung erstrebenswert erscheint – sofern sie nicht zulasten des Therapieerfolgs geht.

Für die Studie wurden 383 Patienten zwischen 18 und 70 Jahren gewonnen, die an neu diagnostiziertem Nasenrachenkrebs litten. Alle erhielten drei Zyklen einer Einleitungschemotherapie. Anschließend erhielt eine Gruppe nur Strahlentherapie, die andere wurde wie üblich gleichzeitig mit Chemo- und Strahlentherapie behandelt. 

Nach drei Jahren war die Krankheit in beiden Gruppen bei jeweils drei Viertel aller Patienten nicht mehr weiter vorangeschritten. Gleichzeitig waren unter der alleinigen Strahlentherapie seltener schwere akute Nebenwirkungen aufgetreten als unter der Chemostrahlentherapie. Hinsichtlich spät auftretender Nebenwirkungen gab es keine Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsgruppen.

Nach Ansicht der Studienautoren bestätigten die Ergebnisse die Annahme, dass bei lokoregional fortgeschrittenem Nasenrachenkrebs eine alleinige Strahlentherapie nach der Einleitungschemotherapie genügen könne. Zumindest könne die Krankheit dadurch in den ersten drei Jahren im gleichen Maße aufgehalten werden wie bei gleichzeitiger Chemostrahlentherapie. Längerfristige Ergebnisse zum Überleben bleiben abzuwarten. 

 

Quelle:

Dai J et al. Induction Chemotherapy Followed by Radiotherapy vs Chemoradiotherapy in Nasopharyngeal Carcinoma. A Randomized Clinical Trial. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 8. Februar 2024, doi:10.1001/jamaoncol.2023.6552

 

(KvK)

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