Strahlentherapie bei lokal fortgeschrittenem Kopf-Halstumor

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Die Kombination mit einem EGFR-Antikörper erweist sich als nicht so wirksam wie die Standardkombination mit Chemotherapie. 

Bei lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Halsbereich kann eine Chemotherapie begleitend zur Strahlentherapie die Überlebensaussichten verbessern. Die Chemotherapie durch die Gabe eines Antikörpers gegen den epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR) zu ersetzen, hat sich in einer Studie dagegen nicht bewährt, wie der Bericht in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology zeigt.

Oft ist bei lokal fortgeschrittenen Kopf-Halstumoren eine Operation nicht möglich, weil zu viele sensible Bereiche dabei zerstört würden. Deshalb ist in solchen Fällen die Strahlentherapie die Therapie der Wahl. Eine begleitende platinbasierte Chemotherapie kann die Überlebensaussichten zusätzlich verbessern. Nun wurde in der aktuellen Studie überprüft, ob durch einen monoklonalen Antikörper gegen EGFR mehr Effekt erreicht werden kann. Die 298 Teilnehmer, die an lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Halsbereich (Stadium III-IV) litten, erhielten außer der Strahlentherapie entweder die Standardchemotherapie oder den Antikörper.

Nach drei Jahren war das Gesamtüberleben in der Gruppe der Strahlen-Chemotherapie signifikant besser als in der Strahlen-Antikörpertherapiegruppe. Es war zudem nach der Strahlen-Antikörpertherapie deutlich häufiger als in der Strahlen-Chemotherapiegruppe zu lokalen Rückfällen gekommen. Hinsichtlich der Bildung von Fernmetastasen, also Tochtergeschwülsten in anderen Organen, gab es keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Die Anwendung einer höheren Strahlendosis, die bei einigen Patienten mit T3-4-Tumoren vorgenommen wurde, brachte keine Verbesserungen bezüglich der lokalen Kontrolle des Tumors.

Damit, so die Studienautoren, habe sich in der Kombination mit Strahlentherapie der Anti-EGFR-Antikörper der Chemotherapie als unterlegen erwiesen. Bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Halsbereich bleibe eine die Bestrahlung begleitende Chemotherapie der Standard.

 

Quelle:

Gebre-Medhin M et al. ARTSCAN III: A Randomized Phase III Study Comparing Chemoradiotherapy With Cisplatin Versus Cetuximab in Patients With Locoregionally Advanced Head and Neck Squamous Cell Cancer. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 14. Oktober 2020, https://doi.org/10.1200/JCO.20.02072

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 23.10.2020 21:49