Strahlentherapie bei lokal begrenztem Prostatakrebs

Weniger und pro Einzelsitzung höher dosiert ist die Strahlentherapie insgesamt auch gut verträglich und beeinträchtigt die Lebensqualität langfristig nicht.

Bei Patienten mit lokal begrenztem Prostatakrebs kann eine gegenüber der herkömmlichen Bestrahlung etwa halbierte Dosis mit deutlich weniger Sitzungen in kurzer Zeit verabreicht werden. Diese ultra-hypofraktionierte Bestrahlung, bei der höhere Einzeldosen verabreicht werden, schneidet hinsichtlich des Therapieerfolgs nicht schlechter als die normale Bestrahlung ab, und auch die Lebensqualität verschlechtert sich neuen Studienergebnissen in der Fachzeitschrift Lancet Oncology zufolge dadurch nicht.

In der HYPO-RT-PC-Studie, die in Schweden und Dänemark durchgeführt wurde, erhielten Patienten mit lokal begrenztem Prostatakrebs entweder herkömmliche oder ultra-hypofraktionierte Strahlentherapie. Nach Beendigung der Therapie berichteten mehr Patienten der Gruppe mit ultra-hypofraktionierter Strahlentherapie über bestimmte Darmprobleme als Folge der Bestrahlung, wie etwa häufigen Stuhldrang, Flatulenz, Bauchkrämpfe, Schleim oder Blut im Stuhl. Probleme beim Wasserlassen hingegen traten in beiden Bestrahlungsgruppen etwa gleich häufig auf, und auch hinsichtlich sexueller Funktionalität gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen.

Im weiteren Beobachtungsverlauf waren keine Unterschiede mehr hinsichtlich der Darmnebenwirkungen zu beobachten. Sechs Jahre nach Beendigung der Therapie unterschied sich die Lebensqualität zwischen den beiden Bestrahlungsgruppen nicht.

Offenbar, so die Interpretation der Studienautoren, gehe die ultra-hypofraktionierte Strahlentherapie zunächst mit einigen stärkeren akuten Nebenwirkungen einher als die herkömmliche Strahlentherapie, insbesondere am Darm. Generell jedoch werde auch die ultra-hypofraktionierte Bestrahlung gut vertragen, im weiteren Verlauf seien keine Unterschiede zur herkömmlichen Strahlentherapie mehr zu beobachten. Vor allem bei Prostatakrebspatienten mit mittlerem bis hohem Risiko für einen Rückfall sei ultra-hypofraktionierte Strahlentherapie daher eine interessante Behandlungsoption. 

 

Quelle:

Fransson P et al. Ultra-hypofractionated versus conventionally fractionated radiotherapy for prostate cancer (HYPO-RT-PC): patient-reported quality-of-life outcomes of a randomised, controlled, non-inferiority, phase 3 trial. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 11. Januar 2021, DOI:https://doi.org/10.1016/S1470-2045(20)30581-7

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 19.06.2021 08:01