Strahlentherapie bei lokal begrenztem Prostatakrebs

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Kombination aus herkömmlicher Bestrahlung und Brachytherapie führt zu einer guten lokalen Tumorkontrolle.

Bei Patienten mit lokal begrenztem Prostatakrebs kann eine hochdosierte Brachytherapie kombiniert mit herkömmlicher Strahlentherapie von außen zu einer guten langfristigen Tumorkontrolle führen. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie, die in der Fachzeitschrift Acta Oncologica veröffentlicht wurde.

In der Untersuchung wurden rückblickend die Daten von 2.387 Patienten mit lokal begrenztem Prostatakrebs ausgewertet, die in den Jahren 1998 bis 2010 an einem medizinischen Zentrum eine herkömmliche Strahlentherapie plus hochdosierte Brachytherapie erhalten hatten. Sie waren im Durchschnitt 66 Jahre alt, bei etwas mehr als der Hälfte war ein Hoch-Risikotumor diagnostiziert worden. Außer der Strahlentherapie wurde eine antihormonelle Therapie durchgeführt, bei der die tumorwachstumsfördernde Wirkung der männlichen Geschlechtshormone, der Androgene, unterdrückt wird.

Insgesamt trat in den zehn Jahren nach Therapiebeginn bei 16,5 Prozent der Patienten ein Tumorrückfall auf. Die Häufigkeit hing davon ab, in welche Risikogruppe der Tumor bei der Erstdiagnose eingestuft worden war. So erlebten nur 2,5 Prozent der Patienten mit Niedrig-Risiko-Tumor einen Rückfall, aber knapp 39 Prozent der Patienten mit Hoch-Risiko-Tumor und ungünstigem Profil. Lokale Rückfälle waren deutlich in der Minderheit, viel häufiger schritt die Erkrankung systemisch, also im ganzen Körper mit Metastasen voran.

Nach Ansicht der Studienautoren bestätigten die Ergebnisse, dass sich bei Patienten mit lokal begrenztem Prostatakrebs mit einer Kombination aus herkömmlicher Strahlentherapie und hochdosierter Brachytherapie eine sehr gute lokale Kontrolle erreichen lasse. Bei der Brachytherapie werden kleine Strahlenquellen in der Prostata platziert, die den Tumor von innen bestrahlen. Da diese Strahlen nur eine geringe Reichweite haben, kann eine hohe Dosierung angewendet werden, ohne dass die umliegenden Gewebe zu stark in Mitleidenschaft gezogen werden.

 

Quelle:

Hjälm-Eriksson M et al. High rate of local control and cure at 10 years after treatment of prostate cancer with external beam radiotherapy and high-dose-rate brachytherapy: a single centre experience. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 9. September 2021, 10.1080/0284186X.2021.1953706

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 26.10.2021 15:59