Strahlentherapie bei Leberzellkrebs

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Dank der Einführung hochpräziser Bestrahlungstechniken nimmt die Bedeutung der Strahlentherapie bei Leberkrebs zu.

Leberzellkrebs konnte lange Zeit nicht ausreichend wirksam mit Strahlentherapie behandelt werden, weil die Gefahr, dabei gesundes Lebergewebe zu zerstören, zu groß war. Seit der Einführung neuer Bestrahlungstechniken, insbesondere der stereotaktischen Körperbestrahlung, ändert sich dies allmählich. Künftig wird, so ein Artikel in der Fachzeitschrift Der Onkologe die Strahlentherapie auch bei Leberkrebs eine wirksame Behandlungsoption sein.

Standardbehandlungen bei Leberzellkrebs sind derzeit neben der Operation die Radiofrequenzablation, die Embolisierung, die selektive interne Strahlentherapie und natürlich die systemisch wirkenden medikamentösen Therapien. Bei der konventionellen Strahlentherapie konnte die gesamte Leber nur mit Strahlendosen behandelt werden, die zwar Symptome lindern, aber nicht den Krebs vollständig zerstören konnten, weil das Risiko, dabei gesundes Lebergewebe dauerhaft zu schädigen, zu groß war. Deshalb kam die Strahlentherapie grundsätzlich eher nicht in Frage. Mithilfe neuer Bestrahlungstechniken wie der stereotaktischen Bestrahlung können die zerstörenden Strahlen punktgenau in das Krebsgewebe gelenkt werden, ohne das umliegende gesunde Gewebe allzu sehr in Mitleidenschaft zu ziehen. Dadurch wächst nun allmählich die Bedeutung der Strahlentherapie bei Leberkrebs.

Am häufigsten kommt derzeit die stereotaktische Körperbestrahlung (engl. stereotactic body radiotherapy) zum Einsatz, aber auch Brachytherapie und Protonentherapie sind wirksam und werden angewandt. Bei der Brachytherapie wird die Strahlenquelle in den Körper hinein in unmittelbare Nähe zum Tumor gebracht. Bei der Protonentherapie gelangen die wirkenden Teilchen mit sehr hoher Geschwindigkeit sehr tief in den Körper, wobei sie unterwegs nur wenig Energie verlieren. Sie geben dann nahezu ihre gesamte Energie im Krebsgewebe ab und zerstören es. Brachy- und Protonentherapie eignen sich besonders dann, wenn bei fortgeschrittener Leberzirrhose und bei großen Tumoren die tumorfreien Bereiche der Leber von der Strahlung möglichst verschont bleiben müssen.

Am häufigsten wird die Strahlentherapie derzeit in fortgeschritteneren Stadien eingesetzt. Auch bei Patienten, bei denen eine Lebertransplantation vorgesehen ist, kann die Strahlentherapie angewandt werden – zur Überbrückung der Wartezeit, um den Tumor lokal zu kontrollieren. In Studien hat sich gezeigt, dass mit allen drei Bestrahlungsmethoden - stereotaktischer Körperbestrahlung, Brachytherapie und Protonentherapie - eine gute lokale Krankheitskontrolle erreicht werden kann. Dies ermöglicht vielen Patienten ein langes Überleben bei insgesamt guter Verträglichkeit.

 

Quelle:

Brunner T B et al. Strahlentherapie bei hepatozellulärem Karzinom. Onkologe 2018, 24:698-710

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 16.12.2018 19:40