Strahlentherapie bei Gliom: Welches Verfahren schont am meisten?

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Bei der intensitätsmodulierten Protonentherapie bekommen gesunde Gewebe im Vergleich zu anderen Verfahren weniger unnötige Strahlendosen ab.

Patienten mit niedrig-gradigem Gliom, einem Hirntumor, haben dank der Möglichkeit zur genaueren Tumorklassifikation und dem Einsatz verschiedenartiger Therapien inzwischen bessere Überlebensaussichten als früher. Umso wichtiger ist es, dass die Therapien möglichst wenig langfristige Komplikationen nach sich ziehen. Wissenschaftler untersuchten unter diesem Aspekt die derzeit bei Gliomen eingesetzten Strahlentherapietechniken und veröffentlichten ihre Ergebnisse dazu in der Fachzeitschrift Annals of Oncology.

Untersucht wurden moderne Verfahren: Die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT), die Volumen-modulierte Rotationsbestrahlung (VMAT), die Tomotherapie (TOMO) und die intensitätsmodulierte Protonentherapie (IMPT). Sie alle ermöglichen hohe Strahlendosen am Tumor, bei gleichzeitiger Schonung des umgebenden gesunden Gewebes. Doch wie gut die gesunden Gewebe, insbesondere lebenswichtige Organe bei den einzelnen Therapien tatsächlich geschont werden, war Gegenstand der aktuellen Studie.

Am besten schnitt in der Untersuchung die IMPT, also die intensitätsmodulierte Protonentherapie ab. Bei ihr konnte mehr unnötige Strahlung auf gesundes Gewebe und lebenswichtige Organe vermieden werden als bei allen anderen Verfahren. Dadurch könnten, so die Annahme der Studienautoren, vor allem Beeinträchtigungen der Hirnleistungen verhindert werden, was zu einer besseren Lebensqualität der Patienten beitragen würde. Allerdings müsse diese Annahme in weiteren Studien überprüft werden.

 

Quelle:

Eekers D B P et al. Intensity-modulated proton therapy decreases dose to organs at risk in low-grade glioma patients: results of a multicentric in silico ROCOCO trial. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 26. November 2018, DOI: 10.1080/0284186X.2018.1529424

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 22.04.2019 10:26