Strahlentherapie bei Aderhautmelanom

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Mit der hypofraktionierten stereotaktischen Photonenbestrahlung lässt sich offenbar eine gute lokale Tumorkontrolle erreichen.

Wenn beim Aderhautmelanom das Auge erhalten werden soll, aber eine lokal begrenzte Operation oder eine Ruthenium-Brachytherapie unmöglich sind, können offenbar auch mit der sogenannten hypofraktionierten stereotaktischen Photonenbestrahlung gute Behandlungsergebnisse erzielt werden. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Acta Oncologica.

Die Forscher bewerteten Daten, die zwischen 1997 und 2016 gesammelt worden waren. In diesem Zeitraum hatten 335 Patienten, davon 183 Männer und 152 Frauen, wegen eines Aderhautmelanoms eine hypofraktionierte stereotaktische Photonenbestrahlung erhalten. Dabei werden die Strahlen punktgenau an die erkrankte Stelle im Auge geschickt, sodass sie mit hoher Intensität am Zielort, dem Tumor, eintreffen können. Hypofraktionierung bedeutet, dass die Strahlendosis pro Sitzung erhöht, aber die Gesamtdosis reduziert ist, was zu einer insgesamt geringeren Behandlungsdauer führt. Bei der Ruthenium-Brachytherapie werden die radioaktiven Strahlenträger dagegen unmittelbar auf die Tumorstelle aufgebracht.

Zwölf Jahre nach der hypofraktionierten stereotaktischen Photonenbestrahlung waren noch immer 95 Prozent der Tumoren unter lokaler Kontrolle. Bei 54 Patienten kam es zu Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in anderen Organen, 31 Patienten verstarben innerhalb des Beobachtungszeitraums. Häufige unerwünschte Nebenwirkungen der Strahlentherapie waren ein Nachlassen der Sehkraft, aber auch Durchblutungsstörungen an der Netzhaut und Störungen am Sehnerven. Bei einigen Patienten musste das Auge schließlich doch noch entfernt werden, weil es zum Tumorrückfall oder einem Glaukom mit Gefäßneubildungen kam. Jedoch konnte bei fast 80 Prozent der Patienten das Auge erhalten werden.

Nach Ansicht der Studienautoren lasse sich mit der hypofraktionierten stereotaktischen Photonenbestrahlung beim Aderhautmelanom eine gute lokale Kontrolle bei einer akzeptablen Rate an Nebenwirkungen erreichen.

 

Quelle:

Eibenberger K et al. Hypofractionated stereotactic photon radiotherapy of choroidal melanoma: 20-year experience. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 24. September 2020, https://doi.org/10.1080/0284186X.2020.1820572

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 29.10.2020 16:41