Strahlendauer nach Brustkrebsoperation verkürzen?

Nachricht vom 25.10.2023

Angaben zum Autor und Erstelldatum finden Sie am Ende des Beitrages.

In ausgewählten Fällen könnte dies möglich sein und für die Patientinnen Lebensqualität bringen.

Wenn sich Patientinnen mit Brustkrebs nach der Operation und Brustrekonstruktion einer Strahlentherapie unterziehen müssen, um einem lokalen Rückfall vorzubeugen, profitieren sie unter Umständen davon, wenn diese Bestrahlung von fünf auf drei Wochen reduziert wird. Sie müssen in diesem Falle offenbar nicht mit Einbußen bei der Wirksamkeit rechnen, wie Wissenschaftler auf der diesjährigen Tagung der American Society for Radiation Oncology (ASTRO) berichteten.

Für die Studie wurden 400 Patientinnen an 18 klinischen Zentren gewonnen, bei denen Brustkrebs in einem frühen bis maximal lokal fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert worden war. Sie unterzogen sich einer Brustentfernung (Mastektomie) und Brustrekonstruktion mit zum Beispiel einem Implantat. Anschließend sollte eine Strahlentherapie erfolgen. Die Bestrahlung wurde entweder in konventioneller Form oder als verkürzte hypofraktionierte Bestrahlung durchgeführt. Zwei Drittel der Patientinnen erhielten zudem im Vorfeld der Operation eine Chemotherapie, ein Fünftel auch eine antihormonelle Therapie.

Hinsichtlich der Häufigkeit von Rückfällen und der Überlebenszeiten machte es keinen Unterschied, ob die Strahlentherapie über einen kürzeren oder längeren Zeitraum hinweg durchgeführt worden war. Auch spielte die Dauer der Strahlentherapie für das Auftreten von Nebenwirkungen keine Rolle. Hierfür waren andere Faktoren wie beispielsweise Infektionen nach der Operation oder die Anzahl der bei der Operation entfernten Lymphknoten verantwortlich. 

In der Gesamtgruppe ergaben sich nach sechs Monaten keine Unterschiede im körperlichen Wohlbefinden zwischen verkürzter und konventioneller Bestrahlungsdauer. Jedoch wurden die jüngeren Patientinnen unter 45 Jahren bei verkürzter Strahlentherapie seltener durch Nebenwirkungen belastet, vor allem Übelkeit trat offenbar weniger häufig auf. Auch mussten die Patientinnen, die eine hypofraktionierte Bestrahlung erhielten, weniger Stunden von der Arbeit freigestellt werden, als die Patientinnen mit konventioneller Bestrahlung.

Generell, so das Fazit der Studienautoren, waren das körperliche Wohlbefinden und die allgemeine Belastbarkeit bei Patientinnen mit hypofraktionierter und konventioneller Strahlentherapie vergleichbar. Die jüngeren Patientinnen jedoch könnten in einigen Bereichen von der verkürzten Strahlentherapie mit einer besseren Lebensqualität nach sechs Monaten profitieren.

 

Quelle:

Wong JS et al. Patient Reported and Toxicity Results from the FABREC Study: A Multicenter Randomized Trial of Hypofractionated vs. Conventionally-Fractionated Postmastectomy Radiation Therapy after Implant-Based Reconstruction. ASTRO 2023, Abstract LBA05

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 21.05.2024 11:07