Strahlenchemotherapie bei Analkrebs

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Wirkt bei HPV-assoziierten Tumoren im Durchschnitt besser.

Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) gelten als ein Risikofaktor für die Entstehung von Analkrebs. Die Tumoren, die tatsächlich mit den Viren in Verbindung gebracht werden können, sprechen in der Regel besser auf eine kombinierte Strahlenchemotherapie als andere und gehen mit einer besseren Prognose einher. Das geht aus einem zusammenfassenden Bericht in der Fachzeitschrift Der Onkologe hervor.

Sieben bis neun von zehn Analkarzinomen sind auf eine Infektion mit HPV zurückzuführen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um den HPV-Typ 16, der auch bei Gebärmutterhalskrebs eine bedeutende Rolle spielt. Standardbehandlung bei lokal noch begrenzten Analkarzinomen ist die kombinierte Strahlenchemotherapie. Damit lassen sich nachweislich eine bessere Krankheitskontrolle und ein längeres krankheitsfreies Überleben erreichen als mit einer Strahlentherapie allein. 

Allerdings kommt es gerade bei lokal fortgeschrittenen Tumoren nicht selten zu einem Rückfall. Die Drei-Jahres-Raten des krankheitsfreien Überlebens liegen bei diesen Tumoren bei 30 bis 60 Prozent – nach Ansicht von Experten sei dies durchaus verbesserungswürdig. Neue Hoffnung bringt da die Immuntherapie mit sogenannten Immuncheckpointhemmern. Bei Analkarzinomen, die sich bereits mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in andere Organe ausgebreitet haben, konnten erste vielversprechende Ergebnisse mit dieser Therapie erzielt werden. Analkarzinome, denen eine Infektion mit HPV zugrundeliegt, sind sogenannte immunogene Tumoren, bei denen sich eine höhere Dichte an tumorinfiltrierenden Lymphozyten findet. Dies spricht für eine aktivere Immunantwort gegen den Krebs und kann bei der Immuntherapie ausgenutzt werden. Erste Studien zu einer Kombination der Immuntherapie mit der Strahlenchemotherapie gleichzeitig oder nacheinander wurden auch in Deutschland bei lokal fortgeschrittenem Analkrebs begonnen. 

 

Quelle:

Martin D et al. Radiochemotherapie des Analkarzinoms. Onkologe 2020, 26(4):339-47

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 29.10.2020 11:34