Strahlenchemotherapie bei Analkrebs Standardtherapie

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Wenn sich der Tumor noch nicht in andere Organe ausgebreitet hat, ist die gleichzeitige Strahlenchemotherapie die Behandlung der Wahl, um eine Heilung herbeizuführen.

Analkrebs ist mit einem Anteil von fünf Prozent an allen bösartigen Tumoren des Verdauungstraktes eine seltene Erkrankung. Allerdings nimmt seine Häufigkeit derzeit zu, insbesondere bei jungen Frauen. Häufig hängt die Entstehung der Tumoren mit einer Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) zusammen, wie Wissenschaftler zusammenfassend in der Fachzeitschrift Der Onkologe berichten.

Schätzungsweise neun von zehn Fällen von Analkrebs gehen auf eine Infektion mit HPV zurück. Es kann deshalb vermutet werden, dass infolge der vor einigen Jahren für junge Mädchen und Jungen eingeführten Impfung gegen HPV langfristig nicht nur die Zahl an Gebärmutterhalskrebserkrankungen, sondern auch die von Analkrebs zurückgehen wird. Lange Zeit war die Operation die einzige Therapie, mit der sich eine Heilung herbeiführen ließ. Mit ihr war allerdings auch der Verlust des Schließmuskels verbunden, sodass die Patienten anschließend einen künstlichen Darmausgang benötigten. Inzwischen gilt die gleichzeitige Strahlenchemotherapie als Therapie der Wahl, sofern der Tumor noch lokal begrenzt ist. Wenn er darauf nicht anspricht oder nach einer Weile zurückkehrt, kann noch eine Operation zur Heilung folgen. Wird ein Rückfall frühzeitig entdeckt, ist eine Heilung von der Erkrankung möglich.

Wenn sich Analkrebs in andere Organe ausgebreitet und Metastasen gebildet hat, können unterschiedliche Therapien angewendet werden, etwa Chemotherapie, Immuntherapie mit Checkpointhemmern und zielgerichtete Therapie wie der Einsatz von EGFR-Blockern. Grundsätzlich, so der Artikel, sei in Zukunft mit spezifischer wirkenden, auf die jeweiligen Tumormerkmale zugeschnittenen molekularen Therapien zu rechnen. Zudem verbessere sich auch die Strahlenchemotherapie stetig und werde verträglicher. 

 

Quelle:

Schindler N & Adamietz IA et al. Behandlung des Analkarzinoms. Onkologe 2021, 27:615-24

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 23.07.2021 16:51