Stimmlippen-Leukoplakie: Lasertherapie verhindert Schlimmeres

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Eine Lasertherapie erweist sich bei Stimmlippen-Leukoplakie mit Zellveränderungen als effizient: Die Stimmqualität bleibt erhalten, und die Gefahr von Kehlkopfkrebs wird gebannt.

Eine Laserbehandlung ist offenbar bei vielen Patienten mit Stimmlippen-Leukoplakie erfolgreich und erspart ihnen einerseits eine Operation, verhindert andererseits, dass sich Kehlkopfkrebs entwickelt. Das geht aus einem Bericht in der Fachzeitschrift Laryngoscope hervor.

Unbehandelt geht eine dysplastische Stimmlippen-Leukoplakie, bei der sich die Zellen bereits begonnen haben zu verändern, in etwa sechs Prozent der Fälle in Krebs über, bei starken Zellveränderungen trifft es schon jeden Fünften. Eine Lasertherapie, bei der die Stimmqualität ohne Einschränkung erhalten werden kann, ist eine oft angebotene Therapieoption. Doch war bislang nur wenig darüber bekannt, ob sie sich auch langfristig auszahlt.

In der aktuellen Studie wurden rückblickend die Daten von 46 Patienten mit Stimmlippen-Leukoplakie ausgewertet, denen eine Lasertherapie angeboten worden war. Die Anzahl der notwendigen Therapiesitzungen reichte von einer bis sechs, die Hälfte der Patienten unterzog sich zwei oder mehr Behandlungen mit rund siebeneinhalb Monaten Pause dazwischen. 

Rund zwei Drittel der Patienten sprachen auf die Behandlung an. Nach der letzten Therapiesitzung waren zwei Fünftel der Patienten krankheitsfrei. Bei 15 Patienten (32 Prozent) versagte die Behandlung, 13 von ihnen mussten deshalb operiert werden, die anderen zwei unterzogen sich einer Strahlentherapie. Zwei Patienten (vier Prozent) entwickelten invasiven Kehlkopfkrebs.

Bei den Patienten, bei denen die Therapie versagte, waren die Zeitabstände zwischen den einzelnen Therapiesitzungen kürzer – eben, weil sich die Leukoplakie infolge der Lasertherapie nicht oder nur kaum verändert hatte. Doch auch in den folgenden Sitzungen profitierten die Betroffenen kaum oder gar nicht. Dies, so die Studienautoren, spreche dafür, nach einer ersten erfolglosen Laserbehandlung die Strategie zu wechseln. Allen anderen Patienten dagegen könne die Operation oder Strahlentherapie dank der Lasertherapie meist erspart bleiben.

 

Quelle:

Koss, S. L. et al.: Serial in-office laser treatment of vocal fold leukoplakia: Disease control and voice outcomes. Laryngoscope, Onlinevorabveröffentlichung am 13. Januar 2017, DOI: 10.1002/lary.26445

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 26.07.2017 13:34