Stereotaktische Strahlentherapie bei wiederkehrendem Leberkrebs

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Wenn es bei Leberkrebs zu einem Rückfall kommt, ist die stereotaktische Strahlentherapie offenbar eine gut wirksame Option.

Wenn Leberzellkrebs wiederkehrt, kann eine stereotaktische Strahlentherapie durchgeführt werden. Wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Acta Oncologica berichteten, lässt sich damit eine gute lokale Kontrolle des Tumorherdes erreichen.

Bei der stereotaktischen Strahlentherapie werden die Strahlen in hoher Dosierung punktgenau in das Tumorgewebe gerichtet. Die hohen Strahlendosen richten im Tumorgewebe mehr Schäden an, als herkömmliche Strahlendosen dies vermögen. Wenige Sitzungen reichen dafür aus, gleichzeitig wird das gesunde Gewebe geschont.

In der aktuellen Studie erhielten 323 Patienten eine stereotaktische Bestrahlung. Bei einigen war diese Strahlentherapie die erste und zunächst einzige Therapie nach der Krebsdiagnose überhaupt, bei anderen wurde sie mit einer transarteriellen Chemoembolisation kombiniert, bei der eine Chemotherapie über die Blutgefäße der Leber verabreicht wird. Weitere Patienten hatten bereits einen Rückfall nach vorangegangenen Therapien erlebt und wurden nun mit der stereotaktischen Strahlentherapie behandelt.

Zwar war der Behandlungserfolg bei Patienten, die nach der Krebsdiagnose zuerst eine stereotaktische Bestrahlung erhalten hatten, höher, als bei jenen, die diese Therapie beim Rückfall bekamen. Jedoch ließ sich auch bei letzteren mit der Methode eine gute lokale Kontrolle erreichen. Die Studienautoren schlussfolgern daraus, dass bei Patienten mit wiederkehrendem Leberkrebs die stereotaktische Strahlentherapie eine gute Behandlungsoption sei. 

 

Quelle:

Kibe Y et al. Local control by salvage stereotactic body radiotherapy for recurrent/residual hepatocellular carcinoma after other local therapies. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 27. März 2020, https://doi.org/10.1080/0284186X.2020.1741679

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24