Sterblichkeit an Krebs sinkt in der EU

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Die altersbereinigten Sterberaten gingen in den letzten sechs Jahren zurück – bei Männern stärker als bei Frauen.

Rund 1,38 Millionen Menschen werden im Jahr 2018 in der Europäischen Union (EU) vermutlich an einer Krebserkrankung sterben. Absolut gesehen sind das rund 50.000 mehr als im Jahr 2012. Doch gemessen an der Zahl und dem Alter der Bevölkerung ging die Sterblichkeit an Krebs damit bei Männern um rund zehn Prozent und bei Frauen um rund fünf Prozent zurück. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift Annals of Oncology hervor.

Ausgewertet wurden die Krebssterblichkeitsdaten der EU allgemein sowie der Länder Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien und Großbritannien im Besonderen. Demnach liegt der Grund für die Zunahme der krebsbedingten absoluten Sterbefälle in der Zunahme der Bevölkerung in einigen Ländern und vor allem in der gestiegenen Lebenserwartung. Die meisten Krebserkrankungen kommen im höheren Lebensalter häufiger vor, somit steigt die Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens, wenn die Lebenserwartung zunimmt. Wird der Altersfaktor berücksichtigt, zeigt sich ein Rückgang der krebsbedingten Sterblichkeit zwischen 2012 und 2018 bei Männern um zehn Prozent auf vermutlich rund 129 Sterbefälle pro 100.000 Personen und bei Frauen um fünf Prozent auf rund 84 Sterbefälle pro 100.000 Personen.

Der geringere Rückgang der Krebssterblichkeit bei Frauen als bei Männern ist vermutlich auf die ungünstigere Entwicklung bei Lungenkrebs zurückzuführen: Während die Sterblichkeit hier bei Männern sinkt, hat sie bei Frauen seit 2012 um knapp sechs Prozent zugenommen. Für das Jahr 2018 werden bei Frauen 94.500 Todesfälle an Lungenkrebs und eine Sterberate von knapp 15 pro 100.000 Personen erwartet – das sind mehr als die vermutlich rund 93.000 Todesfälle an Brustkrebs (Sterberate knapp 14 pro 100.000 Personen). Ein deutlicher Rückgang sowohl bei Männern als auch bei Frauen ist für Darmkrebs zu verzeichnen. Zudem sanken die Sterberaten an Eierstockkrebs, Gebärmutterkrebs und Blasenkrebs. Die Sterberate an Bauchspeicheldrüsenkrebs blieb bei Männern gleich, die bei Frauen stieg um knapp drei Prozent an.

Innerhalb der EU sanken seit 2012 bei vielen Krebsarten die Sterberaten. Ausnahmen sind vor allem Bauchspeicheldrüsenkrebs und Lungenkrebs bei Frauen, die im Jahr 2018 deutlich mehr Todesopfer fordern werden als noch im Jahr 2012. Die günstige Entwicklung bei Darmkrebs führen die Studienautoren in erster Linie auf verbesserte Therapien und das organisierte Screening zur Früherkennung ab dem 50. Lebensjahr zurück.

 

Quelle:

Malvezzi, M et al. European cancer mortality predictions for the year 2018 with focus on colorectal cancer. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 19. März 2018, https://doi.org/10.1093/annonc/mdy033

 

(kvk)

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    Aktualisiert am: 16.10.2018 14:43