Sterblichkeit an Darmkrebs in Europa unterschiedlich

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In vielen Ländern Europas, darunter auch Deutschland, ging die Sterblichkeit an Darmkrebs deutlich zurück. Dies ist wohl vor allem dem verbesserten Früherkennungsscreening zuzuschreiben.

Die Möglichkeit, nach Darmkrebs im Früh- oder sogar Vorstadium zu suchen und diesen gegebenenfalls sofort zu entfernen, sodass er keine Chance bekommt, fortzuschreiten und sich auszubreiten, kann die Sterblichkeit an der Erkrankung senken. Wie sehr, das zeigen die Ergebnisse einer vergleichenden Studie zur Darmkrebssterblichkeit in 34 europäischen Ländern zwischen 1970 und 2011, die kürzlich in der Fachzeitschrift British Medical Journal veröffentlicht wurde.

Die Forscher stützten sich bei ihrer Analyse auf Daten aus dem Register der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Unterschiede zwischen den Ländern waren teilweise erheblich. So ging die Sterblichkeit an Darmkrebs in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Großbritannien, Belgien, Tschechien, Luxemburg und Irland deutlich zurück: Bei Männern um 25 Prozent, bei Frauen um 30 Prozent. Dagegen wurde in vielen süd- und osteuropäischen Ländern eine Zunahme der Sterblichkeit an der Erkrankung beobachtet, etwa in Kroatien, Mazedonien und Rumänien. 

Grundsätzlich betraf der Rückgang der Sterblichkeit am häufigsten Frauen allen Alters und Männer vor dem 65. Lebensjahr. In den 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sank die Darmkrebssterblichkeit um 13 Prozent bei Männern und 27 Prozent bei Frauen – und damit deutlich weniger als in den USA im gleichen Zeitraum.

Der größte Rückgang der Sterblichkeit an Darmkrebs betraf Länder, in denen Zugang zu einem Früherkennungsscreening, insbesondere der Darmspiegelung (Koloskopie) besteht. Aber auch andere Faktoren, etwa ein stärkeres Bewusstsein für die Krankheit, die Prävention von Risikofaktoren wie Rauchen und Alkohol und verbesserte Therapien hätten ihr Übriges zu dieser Entwicklung beigetragen, so die Interpretation der Studienautoren.

 

Quelle:

Ouakrim, D. A. et al.: Trends in colorectal cancer mortality in Europe: retrospective analysis of the WHO mortality database. BMJ 2015;351:h4970

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 24.07.2017 21:10